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Wirtschaft So gut wird das WLAN in der 2. Klasse des ICE
Nachrichten Wirtschaft So gut wird das WLAN in der 2. Klasse des ICE
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20:51 31.12.2016
Die Deutsche Bahn bietet ab Sonntag allen ICE-Fahrgästen auch in der zweiten Klasse kostenlos einen Internetzugang an. Quelle: dpa
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Berlin

Internet unterwegs soll auch auf Bahnreisen eine Selbstverständlichkeit werden. Die Deutsche Bahn rüstet deshalb ihre ICE-Flotte um und bietet zum Jahreswechsel auch in der zweiten Klasse kostenloses WLAN an. Auch abbrechende Telefongespräche sollen durch neue Technik seltener werden.

Wie nutze ich den kostenlosen Internetzugang im ICE?

Zunächst muss der Reisende in seinem Smartphone, Tablet oder Laptop das WLAN der Deutschen Bahn auswählen. Wird dann in einem Browser eine erste Internetseite aufgerufen, erscheint ein Hinweis zu den Nutzungsbedingungen. Diese müssen akzeptiert werden, dann steht die Verbindung (weitere Informationen finden Sie hier).

Mit welcher Bandbreite kann ich im ICE surfen?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Gibt es draußen kein Netz, kann auch die beste Technik kein Internet ins Wageninnere weiterleiten. Zudem kommt es darauf an, wie viele Mitreisende ebenfalls das Internet nutzen. Sind es tatsächlich mehrere hundert Fahrgäste mit womöglich jeweils mehreren Endgeräten, reduziert sich die Bandbreite. Sie soll unter allen Internetnutzern möglichst gerecht aufgeteilt werden.

Mit welchen Mobilfunkanbietern arbeitet die Deutsche Bahn zusammen?

Bisher war das WLAN-Angebot im ICE auf die Deutsche Telekom beschränkt. Eine neue Technik ermöglicht es der Deutschen Bahn aber jetzt, auf die Netze aller drei Mobilfunkanbieter zurückzugreifen – also zusätzlich noch von Vodafone und Telefónica. Die Versorgungslücken halbieren sich damit und es ist ein Internetzugang auf 85 Prozent der Fernverkehrsstrecken möglich.

Kann ich in der zweiten Klasse unbegrenzt surfen?

Nicht ganz. Während die Fahrgäste in der ersten Klasse weiterhin kein Limit haben, ist das Datenvolumen in der zweiten Klasse auf 200 Megabyte beschränkt – und zwar pro Tag und Endgerät. Dabei ist es egal, ob ein Reisender eine Stunde im Zug sitzt oder eine lange Reise vor sich hat. 

Kann ich Filme über die WLAN-Verbindung im Zug streamen?

Im Prinzip schon. Aber das sorgt für hohen Datenverkehr und könnte das Datenvolumen schnell aufzehren. Die Deutsche Bahn bietet deshalb auf dem ICE-Portal im neuen Jahr über die Online-Videothek Maxdome 50 Filme, Serien und Dokumentationen gratis an. Dazu zählen Blockbuster genauso wie Tierdokumentationen, Serien oder Kinderfilme. Diese Inhalte sind im Zug gespeichert – es wird also keine Internetverbindung benötigt.

Was passiert, wenn mein Datenvolumen aufgebraucht ist?

Dann drosselt die Deutsche Bahn die Übertragungsgeschwindigkeit. Es kann also länger dauern, bis sich eine Internetseite aufgebaut hat. Die reduzierte Geschwindigkeit soll aber immer noch weit über dem gedrosselten Wert der Lufthansa von 128 Kilobit pro Sekunde liegen. Nutzern wird es zunächst allerdings nicht möglich sein, zu kontrollieren, wie viel Datenvolumen ihnen noch bleibt.

Kann ich mein Datenvolumen kostenpflichtig erweitern?

Diese Option gibt es erst einmal nicht. Auch die Übertragungsgeschwindigkeit lässt sich nicht gegen Gebühr erweitern. Die Bahn hält sich aber diese Möglichkeiten für 2017 offen.

Wird das Nutzerverhalten beobachtet und ausgewertet?

Das soll nicht der Fall sein. Die Deutsche Bahn hat im Vertrag mit dem schwedischen Anbieter der WLAN-Technik, Icomera, ausgeschlossen, dass Daten verfolgt und möglicherweise genutzt werden, um personalisierte Werbung anzuzeigen. 

Funktioniert das WLAN auch auf Reisen ins Ausland?

Das soll im Laufe des neuen Jahres auf Fahrten in Nachbarländer der Fall sein – also beispielsweise auf Reisen nach Amsterdam, Paris oder Wien. 

Welche Alternative bleibt mir auf Reisen zum Bahn-WLAN?

Die Deutsche Bahn stattet ihre Fernverkehrsflotte bis Ende 2018 mit neuen Mobilfunkrepeatern aus. Sie ermöglichen nicht nur besseres Telefonieren im Zug, sondern auch das Surfen über den eigenen Mobilfunkanbieter des Reisenden. Allerdings sollten Nutzer auch hier das Datenvolumen im Blick haben.

Von afp/RND

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