Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Sparkassen vergeben weniger Immobilienkredite

Immobilien Sparkassen vergeben weniger Immobilienkredite

Um Verbraucher zu schützen, hat die Bundesregierung die Vorgaben für Immobilienkredite verschärft. Nun beklagen Sparkassen einen Einbruch der Darlehens-Zusagen - und fordern von der Regierung Korrekturen.

Voriger Artikel
Metro stellt Weichen für geplante Aufspaltung
Nächster Artikel
Soziale Ungleichheit nimmt laut Studie nicht zu

Eine im März in deutsches Recht umgesetzte EU-Richtlinie für Wohnimmobilienkredite sorgt für einen Rückgang bei der Vergabe vom Immobilienkrediten.

Quelle: Britta Pedersen

Frankfurt/Main. Wenige Monate nach der Verschärfung der Gesetze für Immobilienkredite verzeichnen Sparkassen einen Einbruch der Darlehens-Zusagen.

"Bundesweit wurden bei allen deutschen Sparkassen im ersten Halbjahr 2016 rund 8,9 Prozent weniger Wohnungsbaukredite zugesagt als im Vorjahr", sagte Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands, der "Rheinischen Post" (Montag). Grund sei die EU-Richtlinie für Wohnimmobilienkredite, die im März in deutsches Recht umgesetzt wurde. Diese enge die Kreditvergabe stärker ein als in anderen europäischen Ländern, sagte Breuer der Zeitung.

Ein Sprecher des Sparkassendachverbands DSGV bestätigte den Rückgang. Indes habe die Zahl der vergebenen Kredite an Privatpersonen in absoluter Betrachtung zuletzt auf einem historischen Hoch gelegen. Das Bundesjustizministerium teilte mit, da die EU-Richtlinie erst im März umgesetzt worden sei, müsse es weitere Ursachen für den Rückgang im ersten Halbjahr geben. Der Behörde lägen verschiedene Rückmeldungen zu dem Gesetz vor. "Auch dürfte die Entwicklung von Standards am Markt noch nicht abgeschlossen sein."

Die EU-Vorgabe verpflichtet Banken, die Kreditwürdigkeit von Kunden genauer zu prüfen. Das soll Verbraucher vor wackligen Finanzierungen schützen. So dürfen Banken nur Kredite an Kunden gewähren, deren laufende Einnahmen reichen, um zu Lebzeiten das Darlehen zurückzahlen zu können. Auch dürfen Banken nicht mehr hauptsächlich darauf zielen, dass die Immobilie selbst eine Sicherheit ist und an Wert gewinnen kann. Das Bundesjustizministerium berät an diesem Dienstag (6.9.) mit Banken und Verbraucherschützern über das Gesetz.

Die Sparkassen klagen, die Bundesregierung habe die EU-Richtlinie strenger umgesetzt als nötig. Es fehle ein Satz aus der Vorgabe, wonach die strengeren Regeln nicht bei Kreditverträgen gelten sollen, die zum Bau oder zur Renovierung von Wohnimmobilien dienen. Österreich habe diesen übernommen. "Es darf keine Benachteiligung gegenüber Nachbarn geben", fordert der DSGV.

Auch der Verband der Genossenschaftsbanken BVR übt Kritik. Er moniert, Banken dürften manche wirtschaftlich vertretbaren Kreditwünsche nicht mehr bedienen. So müssten sie Darlehen für ältere Menschen zum altersgerechten Umbau von Wohnungen ablehnen, wenn die verbleibende Lebenszeit voraussichtlich nicht mehr zur Tilgung reiche – auch wenn mit der Immobilie eine Sicherheit vorliege. Der BVR fordert daher, dass "der deutsche Gesetzgeber die in der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie möglichen Ausnahmen auch anwendet."

Das Bundesjustizministerium erwiderte, Banken dürften Wertsteigerungen von Immobilien weiter berücksichtigen. Die Prüfung der Kreditwürdigkeit dürfe nur nicht hauptsächlich darauf basieren. "Im Ergebnis besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen der Richtlinienbestimmung und der deutschen Umsetzung."

Regionale Sparkassenverbände hatten der Deutschen Presse-Agentur bereits im Juli von einem Einbruch der Immobilien-Darlehenszusagen zwischen zehn und zwanzig Prozent berichtet. Auch Volksbanken sprachen von Gegenwind. Verbraucherschützer hatten sich darüber besorgt gezeigt. "Es ist eine Verunsicherung bei manchen Anbietern von Immobilienkrediten zu spüren", sagt Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Von einem dramatischen Rückgang bei der Vergabe der Darlehen könne aber keine Rede sein. Betroffene sollten sich bei den Verbraucherzentralen melden.

Auch aus Zahlen der Bundesbank lässt sich noch kein Einbruch herauslesen: Von April bis Juni vergaben Banken demnach 3,8 Prozent mehr Wohnungsbaukredite an Private als im Vorjahreszeitraum.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.306,00 -1,27%
TecDAX 1.774,50 -0,99%
EUR/USD 1,1218 -0,03%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 15,16 +1,40%
BASF 73,75 +0,45%
E.ON 6,29 -0,17%
DT. BANK 10,25 -6,31%
LUFTHANSA 9,72 -3,94%
FRESENIUS... 69,61 -2,85%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 210,26%
Crocodile Capital MF 129,14%
Stabilitas PACIFIC AF 129,02%
Structured Solutio AF 118,43%
Morgan Stanley Inv AF 118,20%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr