Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Stahlpreise belasten ThyssenKrupp
Nachrichten Wirtschaft Stahlpreise belasten ThyssenKrupp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:40 11.08.2016
Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp. Quelle: Rolf Vennenbernd
Anzeige
Essen

ThyssenKrupp leidet unter der Krise auf dem Stahlmarkt. Deshalb wächst bei der Belegschaft die Angst vor neuen Einschnitten in der traditionsreichen Stahlsparte des Konzerns.

Die Konzernführung tat am Donnerstag bei der Vorstellung der Quartalszahlen nichts, um die Ängste zu zerstreuen. Im Gegenteil: "Wir sehen strukturelle Herausforderungen", sagte der Finanzvorstand des Konzerns Guido Kerkhoff. Angesichts des anhaltenden Preisdrucks beim Stahl sei es eine wichtige Aufgabe, das Geschäft effizienter zu machen.

"Wir müssen uns dem Wettbewerb stellen", sagte der Manager, als er bei einer Telefonkonferenz auf die Notwendigkeit weiterer Einsparungen und sogar möglicher Werksschließungen angesprochen wurde. Konkreter wollte Kerkhoff nicht werden, auch nicht mit Blick auf die Mitarbeiter. "Man muss auch einmal eine Periode einer gewissen Unsicherheit aushalten können."

Das "Handelsblatt" hatte zuvor berichtet, dass vor allem ein Warmwalzwerk in Bochum als gefährdet gelte, da dies im Konzernvergleich zu hohe Kosten habe. Aber auch für Werke im siegerländischen Kreuztal und in Gelsenkirchen könne es eng werden. In der Diskussion sei auch die Zukunft der Duisburger Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM), das ThysssenKrupp zusammen mit Salzgitter und dem französischen Vallourec-Konzern gehört.

Der Betriebsrat der ThyssenKrupp-Stahlsparte hatte bereits im Juni vor möglichen Standortschließungen gewarnt. Für die rund 18 000 Beschäftigten der Stahlsparte des Essener Konzerns gilt allerdings bis 2020 ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

Die niedrigen Stahlpreise belasteten ThyssenKrupp auch im dritten Geschäftsquartal stark. Der Umsatz sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Der operative Gewinn ging um 18 Prozent auf 441 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich verdiente ThyssenKrupp 130 Millionen Euro, das ist gut ein Drittel weniger als vor einem Jahr.

Etwas Besserung ist aber in Sicht. "Wir verzeichnen jetzt erste Verbesserungen bei den Roh- und Werkstoffpreisen", sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Schon im abgelaufenen Quartal hätten sich erste Erholungstendenzen gezeigt. An der vor drei Monaten gesenkten Prognose für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr hielt der Konzern fest.

Derzeit führt der Konzern Gespräche mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel über einen möglichen Zusammenschluss der jeweiligen europäischen Stahlaktivitäten. Damit verbunden ist die Hoffnung auf erhebliche Kostenvorteile für beide Seiten. Kern des geplanten Verbunds dürften das ThyssenKrupp-Stahlwerk in Duisburg und die Tata-Anlage im niederländischen Ijmuiden sein.

Den Gewerkschaften gehen die Pläne von ThyssenKrupp viel zu weit. Sie wollen Ende des Monats gegen neue Einschnitte im Stahlbereich demonstrieren.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viele Jahre verbuchte Telekom im Festnetzgeschäft herbe Einbußen. Konkurrenten und Regulierung sorgten für neuen Elan auf dem Markt - auch an der Preisfront. Jetzt gelingt den Bonnern offenbar die Wende.

11.08.2016

Viele neue Kunden und höhere Einsparungen haben dem Online-Modehändler Zalando im zweiten Quartal zu einem deutlichen Gewinnsprung verholfen.

Nach einem verhaltenen Jahresstart verdoppelte das Berliner Unternehmen den Gewinn zwischen April und Ende Juni unter dem Strich auf knapp 51 Millionen Euro, nach 23 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

11.08.2016

Vor 140 Jahren wurde das Düsseldorfer Unternehmen als Waschmittelhersteller gegründet. Und auch heute noch sind Persil und Co. wichtige Wachstumstreiber des Weltkonzerns. Das zeigte sich in den vergangenen Monaten.

11.08.2016
Anzeige