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Starker Euro macht Infineon Probleme

Elektro Starker Euro macht Infineon Probleme

Die Euro-Stärke kommt Infineon in die Quere: Im laufenden Geschäftsjahr könnten Umsatzplus und Marge etwas bescheidener ausfallen als bisher angenommen. Das schickte die Infineon-Aktien prompt auf Talfahrt.

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Infineon macht einen großen Teil seiner Umsätze im Dollar-Raum und bekommt Euro-Dollar-Wechselkursänderungen daher wie viele andere Unternehmen zu spüren.

Quelle: Matthias Balk

Neubiberg. Der wieder erstarkte Euro macht dem Chipkonzern Infineon zu schaffen. Für das laufende Geschäftsjahr (30. September) schraubte das Unternehmen am Dienstag seine Umsatzerwartungen und auch die Prognose für das operative Ergebnis leicht zurück.

Ausschlaggebend sei einzig die Wechselkursentwicklung, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss in einer Telefonkonferenz und betonte: "Auch im zweiten Quartal bleibt Infineon auf Kurs." Bei Zukunftstechnologien mit großer Wachstumsdynamik sei das Unternehmen weiter erfolgreich unterwegs.

Infineon macht einen großen Teil seiner Umsätze im Dollar-Raum und bekommt Euro-Dollar-Wechselkursänderungen daher wie viele andere Unternehmen zu spüren.

Beim Umsatz rechnet Konzernchef Ploss nun nur noch mit einem Anstieg von 12 Prozent plus minus zwei Prozentpunkte. Bisher lag die Schwankungsbreite bei 11 bis 15 Prozent. Für die operative Marge erwartet das Unternehmen nun im Gesamtjahr noch 15 bis 16 Prozent, sofern die Mitte des prognostizierten Wachstums erreicht wird. Zuvor war der Konzern von rund 16 Prozent ausgegangen.

Zu den zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern zählt der Konzernchef beispielsweise das Geschäft mit Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in China. Auch von der Förderung für Elektroautos in Deutschland verspricht sich Ploss positive Effekte, die im Vergleich mit China aber eher kleiner ausfallen dürften.

Für das laufende Jahr geht Infineon jetzt von einem Euro-Kurs von 1,15 Dollar anstatt zuvor 1,10 Dollar aus. Damit kommt pro erlöstem Dollar im Ausland weniger in der Gewinn- und Verlustrechnung an. Der gesenkte Ausblick machte sich gleich an der Börse bemerkbar: Bis zum Mittag rutschten die Infineon-Papiere zeitweise um mehr als 5,6 Prozent ins Minus.

Zwischen Januar und Ende März liefen die Geschäfte für den Chipkonzern etwas besser als erwartet. "Wir haben ein schwieriges Quartal gut gemeistert", sagte Ploss. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 1,61 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um ebenfalls 4 Prozent auf 228 Millionen Euro zu.

In der Halbleiterbranche werden die Geschäftszahlen wegen stark schwankender Chippreise in aller Regel mit dem Vorquartal verglichen. Infineon hat sich mit dem Ausbau des Autogeschäfts und einer breiteren Produktpalette aber etwas von den kurzfristigen Schwankungen der konjunktursensiblen Chipbranche abgekoppelt.

Auf Jahressicht treibt zudem noch der Kauf des US-Konkurrenten International Rectifier den Umsatz. Die Übernahme war erst im Januar 2015 abgeschlossen worden, so dass der Erlös noch nicht komplett in das Ergebnis eingeflossen ist.

dpa

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