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Streit über Einschnitte bei Siemens

Elektro Streit über Einschnitte bei Siemens

Die geplanten Einschnitte in der Siemens-Antriebssparte entzweien die IG Metall und den Elektrokonzern. Die Gewerkschaft hält dem Unternehmen Produktionsabbau in Deutschland vor - doch aus Sicht von Siemens-Arbeitsdirektorin Kugel sind die Maßnahmen unausweichlich.

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Angehörige der IG Metall demonstrieren in Nürnberg für den Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen bei Siemens in Deutschland. Foto: Rudi Ott

München/Nürnberg. Zahlreiche Siemens-Beschäftigte haben am Mittwoch ihrem Unmut über die geplanten Einschnitte in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe Luft gemacht.

Bei Kundgebungen in Nürnberg, Ruhstorf nahe Passau und Bad Neustadt/Saale und pochten IG Metall und Betriebsräte auf den Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen in Deutschland. Siemens-Personalchefin Janina Kugel hielt dagegen: Auf Marktentwicklungen wie Preisdruck und Überkapazitäten müsse der Elektrokonzern reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in München. Den betroffenen Beschäftigten wolle man möglichst Alternativen anbieten.

Siemens hatte wegen der Nachfrageflaute aus der Öl- und Gasbranche angekündigt, weltweit rund 2500 Jobs in der Sparte abzubauen oder zu verlagern, davon rund 2000 in Deutschland und schwerpunktmäßig an den bayerischen Standorten. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern darüber verlaufen "konstruktiv, aber auch kontrovers", sagte Kugel. "Wir arbeiten alle daran, dass wir zu einem zügigen Einverständnis kommen." Dafür werde man die Sommermonate nutzen.

Als konkrete Alternative werde den Mitarbeitern beispielsweise auch ein Wechsel in das neue Windkraft-Werk von Siemens in Cuxhaven angeboten. Das Werk sei das beste Beispiel für das Bekenntnis zum Standort Deutschland, sagte Kugel. Siemens investiert in die Fertigungsstätte für Maschinenhäuser für Windkraftanlagen rund 200 Millionen Euro und will bis zu 1000 Jobs schaffen. "Das ist ein starkes Signal", so die Siemens-Managerin.

Es gebe sicherlich Familien oder Mitarbeiter, die nicht ohne weiteres an einen anderen Standort umziehen könnten, aber man wolle versuchen, den Beschäftigten auch im Austausch mit der Politik eine Perspektive zu geben. Dazu gehörten die geplante Modellfabrik für digitale Anwendungen und das künftige Kompetenzzentrum für Elektromobilität in Bad Neustadt.

Wie viele Arbeitsplätze sich dadurch erhalten lassen werden, sei aber noch nicht absehbar. Deutschland müsse sich angesichts der Digitalisierung auf einen grundlegenden Wandel der Beschäftigung einstellen, sagte Kugel. "Arbeit wird es auch künftig geben, allerdings werden bestimmte Jobs verschwinden und bestimmte neue Berufsbilder dazukommen. Ein Land wie Deutschland muss das bewältigen."

 

Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler dagegen mahnte auf der Kundgebung in Nürnberg: "Wenn erst einmal die Produktion raus ist, folgen bald Service und Vertrieb, und schließlich die Entwicklung." Von Siemens-Chef Joe Kaeser verlangte Wechsler einen vorläufigen Verzicht auf die geplanten Verlagerungen, bis es für die betroffenen Standorte tragfähige Alternativen gebe.

dpa

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