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Studie: Große Mehrheit der Azubis lernt im Mittelstand

Mittelstand Studie: Große Mehrheit der Azubis lernt im Mittelstand

Seit Jahren sinkt die Zahl der Auszubildenden in der deutschen Wirtschaft. Bisher stemmen sich mittelständische Firmen erfolgreich gegen den Trend. Doch wie lange noch?

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Die KfW regte an, berufsvorbereitende Maßnahmen auszubauen, um die Chancen junger Flüchtlinge ohne Ausbildungsplatz zu verbessern.

Quelle: Oliver Berg

Frankfurt/Main. Angesichts sinkender Schülerzahlen rechnet die KfW erstmals seit Jahren mit weniger Auszubildenden im Mittelstand.

In den vergangenen fünf Jahren gelang es kleinen und mittleren Firmen noch, die Zahl der Nachwuchskräfte bei etwa 1,2 Millionen konstant zu halten, wie die KfW Bankengruppe anlässlich des Beginns des neuen Ausbildungsjahres am 1. September mitteilte. Insgesamt sank die Zahl der Azubis den Angaben zufolge dagegen von einst 1,61 Millionen im Jahr 2008 auf 1,34 Millionen im vergangenen Jahr.

"Für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2016 rechnen wir allerdings mit einem leichten Rückgang der Azubis im Mittelstand", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Der Grund: Es gibt immer weniger Schulabgänger und immer mehr wollen studieren.

Neun von zehn Schulabgängern absolvierten der KfW zufolge ihre Berufsausbildung zuletzt bei einem mittelständischen Unternehmen. "Die Ausbildungstätigkeit verlagert sich immer weiter in den Mittelstand", sagte Zeuner. Bei kleinen und mittleren Firmen arbeiten den Angaben zufolge gut zwei Drittel der Beschäftigten bundesweit, mittlerweile aber fast 90 Prozent der Lehrlinge.

Die großen Mittelständler mit 50 oder mehr Beschäftigten tragen der KfW zufolge am meisten zur Berufsausbildung bei. Fast die Hälfte der 1,2 Millionen Azubis steht dort unter Vertrag.

Je kleiner ein Betrieb sei, desto seltener habe er Lehrlinge. Ausnahme sei das Handwerk. Die vielen kleinen Betriebe seien weit überdurchschnittlich ausbildungsaktiv, heißt es in der Vorabauswertung des Mittelstandspanels 2016.

Die KfW regte an, berufsvorbereitende Maßnahmen auszubauen, um die Chancen junger Flüchtlinge ohne Ausbildungsplatz zu verbessern. "Die Integration von Flüchtlingen zählt aktuell zu den zentralen Herausforderungen des Berufsbildungssystems in Deutschland", sagte Zeuner.

Zum Mittelstand zählt die staatseigene Förderbank Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von nicht mehr als 500 Millionen Euro. Das Mittelstandspanel 2016, für das die KfW bis zu 15 000 Firmen zu verschiedenen Themen befragte, soll im Oktober veröffentlicht werden.

dpa

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