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Studie: Mieten steigen weniger stark als Einkommen

Wohnen Studie: Mieten steigen weniger stark als Einkommen

Für Menschen in Berlin, Hamburg oder München dürfte es ein schwacher Trost sein: In weiten Teilen Deutschlands können sich Mieter größere Wohnungen leisten als noch vor einigen Jahren. In einigen Großstädten sind die Kosten dennoch dramatisch gestiegen.

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Blick auf eine Häuserzeile im Nordend von Frankfurt am Main.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Köln. In vielen Regionen Deutschlands können sich die Menschen einer Studie zufolge heute größere Mietwohnungen leisten als noch vor sechs Jahren. Im Schnitt kann ein privater Haushalt heute 94 Quadratmeter mieten, wenn er ein Viertel seines verfügbaren Einkommens dafür einsetzt.

Das sind zwei Quadratmeter mehr als noch 2010, so das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Dies geht aus der Gegenüberstellung von Wohnkosten und verfügbarem Einkommen des IW hervor. Die Wohnkosten schließen dabei auch die meisten Nebenkosten für die Wohnung mit ein.

Bundesweit seien die Mieten seit dem Jahr 2010 mit 10,2 Prozent weniger stark gestiegen als das verfügbare Einkommen der Haushalte mit 11,5 Prozent. Allerdings: Das Gefälle zwischen den einzelnen Kreisen hat in den letzten Jahren zugenommen.

Nur in etwa einem Viertel aller Kreise und kreisfreien Städte kann sich ein Durchschnittshaushalt weniger Wohnfläche leisten als vor sechs Jahren. Unter den zehn größten Städten gilt das für Berlin, Stuttgart und Dortmund. "In Berlin ist die Entwicklung sehr markant, weil die Veränderung so schnell stattfindet", sagt Ralph Henger, Volkswirt mit Schwerpunkt Finanz- und Immobilienmärkte beim IW. Die Bevölkerung der Hauptstadt ist in den vergangenen sechs Jahren um fast eine Viertelmillion auf 3,61 Millionen Einwohner gestiegen. Es liegt auf der Hand, dass dadurch Wohnraum knapper wird.

In den größten deutschen Städten sind die örtlichen Mieten den Angaben zufolge zwischen 2010 und 2016 um 26 Prozent im Fall Berlins, 14 Prozent in München oder 12 Prozent in Hamburg gestiegen. Dort kann ein Durchschnittshaushalt laut der Untersuchung mit einem Viertel seines Einkommens lediglich eine 70-Quadratmeter-Wohnung bezahlen.

In Frankfurt am Main und München sieht es ähnlich aus. Dort ist die Kaufkraft zwar fast gleich geblieben oder sogar leicht gestiegen. Trotzdem: "München ist mit den höchsten Mieten für viele Familien kaum bezahlbar", erklärt Henger.

"Flächendeckend ist die Lage nicht dramatisch", sagt er. "Ohne den Zuzug von Flüchtlingen im vergangenen Jahr hätte die Dynamik in Deutschland sogar nachgelassen." Nur in fünf Prozent aller untersuchten Kreise liege die Durchschnittsmiete auf dem hohen Niveau von über neun Euro je Quadratmeter. "Zum Vergleich: 6,90 Euro ist die Durchschnittsmiete in Deutschland", so Henger.

Am meisten Wohnfläche kann sich ein durchschnittlicher Haushalt im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau oder in Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) leisten, wo ein Viertel des Einkommens für etwa 120 Quadratmeter reicht. Schlusslichter sind die vier Universitätsstädte Trier, Freiburg, Heidelberg und Würzburg. Dort ermöglicht ein Viertel des Durchschnittseinkommens gerade einmal die Hälfte der Fläche.

Hohe Mieten von mehr als neun Euro je Quadratmeter und eine überdurchschnittliche Mietsteigerung von über 2,5 Prozent stellen die Wissenschaftler allerdings nur an zwei Orten fest: in Stuttgart und Ingolstadt. "Stuttgart ist aufgrund seiner Topographie im Stadtzentrum teuer. Die Entwicklung ist aber auch hier sicher nicht dramatisch", sagt Henger. "In Ingolstadt sehen wir eine starke Dynamik vor allem aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung."

Deutschlandweit rechnet das IW mit einer Entspannung auch in den Großstädten: "Wir erwarten, dass die Dynamik abnimmt. Die Bautätigkeit zieht an. Aber es dauert drei bis fünf Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung der Wohnungen."

dpa

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