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Südkoreas Schiffbauer kämpfen ums Überleben

Industrie Südkoreas Schiffbauer kämpfen ums Überleben

In Südkoreas Schiffbauindustrie sind Zehntausende Arbeitsplätze gefährdet. Die Unternehmen kämpfen ums Überleben. Regierung und Zentralbank haben nun einen Rettungsring ausgeworfen.

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Im Dock 3 von Hyundai Heavy Industries können Schiffe bis zu einer Million Tonnen gebaut werden. Foto: YNA

Seoul. Überkapazitäten, Auftragsflaute und wachsende Verluste - die südkoreanischen Schiffbauer kämpfen ums Überleben.

"Die Schiffbauer benötigen eine umfangreichere Restrukturierung als in den 80er Jahren, in dieser Hinsicht kann man jetzt von der schlimmsten Krise sprechen", sagte die Branchenexpertin Hong Sung In vom staatlichen Koreanischen Institut für Industrielle Wirtschaft und Handel (KIET). Die Regierung stellt Milliarden bereit, um den weltweit größten Schiffbauern zu helfen.

Kern der Krise ist Hong zufolge, dass der globale Markt für Schiffe und Offshore-Anlagen kleiner geworden ist und wahrscheinlich noch weiter schrumpfen wird. Auf den Unternehmen in Südkorea laste daher der Druck der Restrukturierung, "um die Werftanlagen zu verkleinern und Arbeitsplätze abzubauen".

Die schwachen Schifffahrtsmärkte und das schrumpfende Wachstum des Seehandels treffen die weltweit drei größten Werften, die allesamt in Südkorea beheimatet sind, voll. Hyundai Heavy Industries, Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering (DSME) und Samsung Heavy Industries legten eigene Rettungspläne vor, die etwa die Veräußerung von Vermögenswerten wie Aktien, aber auch Entlassungen und Lohnkürzungen vorsehen. Die Maßnahmen sollen zusammen 8,5 Billionen Won (etwa 6,5 Milliarden Euro) einbringen. Experten sehen Zehntausende von Arbeitsplätzen in der Branche gefährdet. 

Im vergangenen Jahr beliefen sich die operativen Verluste der drei Schiffbauer auf 8,5 Billionen Won, davon entfielen allein etwa 5,5  Billionen Won auf DSME. Regierung und Zentralbank kündigten am Mittwoch an, zwölf Billionen Won bereitzustellen, um die Rettungsmaßnahmen der Schiffbau- und Schifffahrtindustrie zu finanzieren. Dazu erhalten zwei wichtige Kreditgeber, die staatliche Korea Development Bank (KDB) und die Export-Importbank of Korea (KEXIM), umfangreiche Kapitalhilfen.

Zwar reiche das Auftragspolster der drei größten Schiffbauer noch für gut zwei Jahre, doch bis Ende April sei der Bestand im Jahresvergleich bereits um 16,2 Prozent auf 27,59 Millionen gewichtete Bruttotonnen (cgt) gesunken, berichtete KEXIM. Bei dieser Messgröße wird auch der Arbeitsaufwand für den Bau der Schiffe berücksichtigt. Die Auftragseingänge könnten in diesem Jahr um 85 Prozent auf 1,6 Millionen cgt zurückgehen. Das entspreche einem Wert von nur noch 3,5 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr belief sich der Wert der Neuaufträge auf 23,67 Milliarden Dollar.  

Der Schiffbau entwickelte sich seit Anfang der 1970er Jahre als Schlüsselindustrie, die einen großen Anteil am Boom der südkoreanischen Wirtschaft hatte. Waren es am Anfang hauptsächlich Öltanker und Massengutfrachter, erwarben die koreanischen Unternehmen später unter anderem auch die Technologien für Container-Schiffe, Bohranlagen, Gastanker und Fähren.  

Doch der Ölpreisverfall führte dazu, dass die Auftraggeber auch Neubauprojekte hinauszögerten oder stornierten. Die drei größten Schiffbauer hätten jetzt große Verluste durch die Verzögerung bei Offshore-Öl- und Gasprojekten hinnehmen müssen, sagt Hong. Doch sieht die Expertin auch Lichtblicke. Die Unternehmen hätten noch für rund zwei Jahre Aufträge und verfügten über eine hohe Wettbewerbsfähigkeit. "Ich denke, sie werden überleben."

dpa

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