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Supermärkte und Kioske verderben Gastronomen das Geschäft

Einzelhandel Supermärkte und Kioske verderben Gastronomen das Geschäft

Warum ins Restaurant gehen, wenn man einen Salat im Sommer auch in den Park mitnehmen kann? Produkte aus dem Kühlregal sind Gastronomen ein Dorn im Auge. Auch das billigere Bier aus dem Kiosk ärgert manchen Club- und Kneipenbesitzer.

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Immer mehr Menschen greifen Im Supermarkt und am Kiosk zum Essen to go. Restaurants haben daher weniger Kunden.

Quelle: Frank Rumpenhorst/Symbolbild

Berlin. Für Restaurants und Kneipen werden Supermärkte gerade im Sommer zur Konkurrenz. Nach Ansicht von Vertretern der Gastronomie-Branche vermiesen vor allem Getränke aus dem Kühlregel und Snacks zum Mitnehmen den Wirten teilweise das Geschäft.

"Die Supermärkte wollen ein Stück abhaben von den Außer-Haus-Umsätzen. Es gibt zunehmend eine Wettbewerbssituation zwischen der Gastronomie und dem Lebensmitteleinzelhandel", sagte der Pressesprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Christopher Lück. Auch in längeren Ladenöffnungszeiten - teilweise bis Mitternacht - sieht die Gastro-Branche ein Problem.

Dass immer mehr Menschen im Einzelhandel zum Essen to go greifen, hat auch mit einem veränderten Konsumverhalten zu tun, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstitut GfK von 2015 ergab: Pro Jahr nehmen die Deutschen rund drei Milliarden Mahlzeiten weniger zu Hause zu sich als noch vor zehn Jahren. Dies entspreche einem Rückgang um 4,2 Prozent. Verzehrfertige Salate, belegte Brötchen, Baguettes oder andere Snacks im Einzelhandel seien dagegen besonders gefragt.

Auf die gestiegene Nachfrage von Essen und Getränken zum Mitnehmen hätten die Lebensmittelhändler mit einem Ausbau ihrer Angebote reagiert, sagte Christian Böttcher, Pressesprecher beim Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. So habe sich das Sortiment von Produkten zum Unterwegs-Verzehr in den großen Supermärkten innerhalb von sieben Jahren fast verdoppelt.

Neu bei den Getränken sei das verstärkte Angebot von frisch gepressten Säften und Smoothies. Insgesamt sei der Umsatz von alkoholfreien Getränken im deutschen Lebensmittelhandel zwischen 2010 und 2015 von 10,7 auf 11,9 Milliarden Euro gestiegen. Zu den alkoholfreien Getränken zählen Erfrischungsgetränke, Limonaden, Fruchtsäfte, Gemüsesäfte, Instantgetränke, Wasser und Schorlen.

Eher geringere Auswirkungen haben für Restaurants dagegen die zahlreichen Kioske in Großstädten, die vor allem am Wochenende mit Kaltgetränken ein großes Geschäft machen. Dies liege nach Angaben der Dehoga an den unterschiedlichen Zielgruppen. Häufig sind es junge Leute, die sich ihr Bier statt in einer Bar in einem Kiosk holen, um sich damit auf den Bürgersteig zu setzen. "Cornern" heißt das Jugendphänomen - übersetzt: an der Straßenecke abhängen - das besonders viel Zulauf in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln oder Düsseldorf findet.

Für Ärgernis sorgt das vor allem in der Hauptstadt: Seit Jahren würden Clubs und Diskotheken durch die sogenannten Spätis der Getränkeumsatz wegbrechen, sagte Rainer Grigutsch von der Clubcommission, die die Berliner Clubszene vertritt. Die kleinen Läden haben lange geöffnet und führen in erster Linie Getränke, Snacks und Knabbereien.

Die Clubs ärgern sich nicht nur über den entgangenen Umsatz. Auch weggeworfene Flaschen und Müll vor ihren Discos stören sie - ein weiterer Effekt, den das Vorglühen mit sich bringe, sagte Grigutsch. In Köln seien Spätis inzwischen räumlich so ausgestattet, dass sie schon wieder Kneipencharakter hätten, kritisierte der Geschäftsführer von Dehoga-Nordrhein in Köln, Christoph Becker.

dpa

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