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08:04 26.02.2018
Die Gewerkschaft verdi und der Beamtenbund dbb fordern sechs Prozent mehr Lohn für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Quelle: dpa
Potsdam

In Potsdam starten die Tarifverhandlungen für rund 2,3 Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen. Dazu zählen unter anderem Erzieher, Mitarbeiter von Straßenreinigung und Müllabfuhr, Angestellte in Krankenhäusern, Feuerwehrleute und Bundespolizisten. In der ersten von drei geplanten Tarifrunden verhandeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber über die künftige Bezahlung. Die Verhandlungen sollen bis zum 17. April andauern.

Die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund dbb verlangen eine Lohnerhöhung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Das würde zum Beispiel für Pflegehelfer oder Straßenwärter, die nur knapp über 2000 Euro bekommen, einen deutlichen Aufschlag bringen. Die Laufzeit soll nur 12 Monate betragen. Auch für Auszubildende und Praktikanten soll es künftig mehr geben. Zudem fordern die Arbeitnehmer eine Angleichung der jährlichen Sonderzahlungen im Osten an die im Westen.

Konfrontationen erwartet

Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen bereits im Vorfeld zurück. „Die Forderung von 6 Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat, ist deutlich zu hoch und nicht erfüllbar; schon gar nicht mit nur einem Jahr Laufzeit“, lässt das Bundesinnenministerium auf seiner Webseite verlauten.

Die Kommunen argumentieren mit einer Verschuldung von insgesamt 141 Milliarden Euro. Der Investitionsrückstand betrage 126 Milliarden Euro. Vor allem auch auf ärmere Kommunen müsse die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) Rücksicht nehmen. Zu Beginn der Verhandlungen stehen die Zeichen also auf Konfrontation.

Rathäuser, Polizei und Schulen haben es immer schwerer, angesichts der Konkurrenz gut zahlender Unternehmen Fachkräfte zu binden. Auch die Arbeitnehmerseite argumentiert mit der Bezahlung in der konkurrierenden Privatwirtschaft. Allerdings erwarten mehr als zwei von drei Uni- und FH-Studenten von ihrem künftigen Job vor allem Sicherheit, wie ein Studierendensurvey im Auftrag des Bundesbildungsministeriums zeigt. Das spricht für den öffentlichen Dienst.

Von RND/dpa

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