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Thyssenkrupp: Erste Erfolge, aber noch nicht am Ziel

Stahl Thyssenkrupp: Erste Erfolge, aber noch nicht am Ziel

Thyssenkrupp hat eine bedrohliche Krise hinter sich. Trotz sichtbarer Erfolge ist der Konzern noch nicht am Ziel. Im täglichen Geschäft wird der Gegenwind wieder rauer.

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Das alte Firmen-Logo von ThyssenKrupp wird in Essen vor der Firmenzentrale angestrahlt. Der Stahlkonzern stellt mit den Geschäftszahlen auch sein neues Logo vor.

Quelle: Roland Weihrauch

Essen. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger sieht den Konzern nach Jahren der Krise wieder in der Erfolgsspur - auch wegen der trüberen globalen Wirtschaftslage treibt er den Umbau aber weiter voran.

"Wir sind von unserem Mindestanspruch und unseren Zielen noch ein gutes Stück entfernt", sagte der Manager am Donnerstag in Essen.

Das Unternehmen habe sich inzwischen zwar stabilisiert, doch dies reiche noch nicht aus. Der Umbau gehe weiter und brauche seine Zeit. Mit einem neuen Logo will Thyssenkrupp den Neuanfang nun auch optisch verdeutlichen.

Hiesinger verteidigte erneut seine Strategie, den Konzern als Ganzes zu erhalten. Dabei müsse es darum gehen, die lange weitgehend unabhängig voneinander agierenden Unternehmensteile stärker zusammenzubinden: "Wir können Kompetenzen aus den unterschiedlichen Branchen und Anwendungsbereichen produktiv verknüpfen."

Damit will Hiesinger die von vielen Analysten immer wieder ins Spiel gebrachte Abspaltung einzelner Sparten erschweren. Zuletzt soll nach Medienberichten auch der neue Großaktionär Cevian Kritik an dem Kurs geäußert haben. Hiesinger betonte, dass die jüngste Sitzung des Kontrollgremiums am Vortag "ruhig und positiv" verlaufen sei.

Auf seinem Erholungskurs kämpft der Industriekonzern derzeit mit einem immer stärkeren Gegenwind. Zwar steigerte das Unternehmen im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) um gut ein Viertel auf knapp 1,7 Milliarden Euro.

Angesichts wachsender Sorgen um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und des Verfalls der Stahlpreise wagte das Management aber nur eine auch nach eigenem Bekunden vorsichtige Prognose.

Die Aussichten für Thyssenkrupp verdüsterten sich zuletzt deutlich. So legte der Umsatz im vergangenen Berichtsjahr nur dank des schwachen Euro um vier Prozent auf 42,8 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang wäre ohne die günstigen Wechselkurse sogar gesunken.

Weltweit verfallen die Stahlpreise wegen der massiv gestiegenen Ausfuhren aus China. Zudem sammelte der Großanlagenbau wegen der niedrigen Rohstoffpreise weniger Aufträge ein.

Unter dem Strich blieb bei Thyssenkrupp für das Geschäftsjahr ein Überschuss von 309 Millionen Euro für die Aktionäre übrig - fast die Hälfte mehr als ein Jahr zuvor. Dabei profitierte der Ruhrkonzern auch von milliardenschweren Einsparungen.

Zudem legte das Aufzugsgeschäft kräftig zu. Die Essener hatten lange vor allem unter Fehlinvestitionen in neue Stahlwerke in Übersee gelitten. Zwischenzeitlich waren Milliardenverluste angefallen.

Im neuen Jahr soll der operative Gewinn nun zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro landen. Damit ist das mittelfristige Ziel von zwei Milliarden noch etwas entfernt. Entscheidend sei insbesondere die weitere Entwicklung der Stahlpreise. Einen wichtigen Beitrag von 850 Millionen Euro zum Gewinn sollen weitere Einsparungen liefern.

Ein Problemfall bleibt das Stahlwerk in Brasilien, das nach wie vor tief in den roten Zahlen steckt. Die Wirtschaftskrise in dem Land machte sich ebenso bemerkbar wie neuerliche Produktionsprobleme.

Zusammen mit dem Bau eines Werks in den USA hatte die Anlage den Konzern in die Krise gestürzt und zu Milliardenverlusten geführt. Während das US-Werk inzwischen verkauft ist, versucht Thyssenkrupp, die brasilianische Fabrik in eigener Regie profitabel zu machen.

dpa

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