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Toyota ruft erneut 1,6 Millionen Autos in Japan zurück

Auto Toyota ruft erneut 1,6 Millionen Autos in Japan zurück

Das Desaster um defekte Airbags des japanischen Autozulieferers Takata nimmt kein Ende. Erneut müssen massenweise Autos zurückgerufen werden. Takata-Mitarbeiter in den USA sollen schon vor Jahren Bedenken wegen irreführender Testberichte gehabt haben.

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Der erneute Rückruf erfolgte, nachdem im Oktober in Japan erstmals ein Fall bekannt wurde, bei dem eine Person in einem Auto des Konkurrenten Nissan durch einen Airbag-Gasgenerator verletzt wurde. Foto: Franck Robichon

Tokio. Wegen mangelhafter Airbags des japanischen Zulieferers Takata muss der weltgrößte Autobauer Toyota erneut auf dem Heimatmarkt 1,6 Millionen Autos zurückrufen.

Bei den 22 Modellen handelt es sich um dieselben Autos, die Toyota dieses Jahr schon einmal zur Überprüfung der Airbag-Gasgeneratoren in die Werkstätten gerufen hatte, teilte eine Sprecherin des Branchenprimus am Donnerstag mit.

Angesichts von Lieferengpässen hatte der Konzern aber befunden, dass die Generatoren nicht sofort ausgewechselt werden müssten. Der erneute Rückruf erfolgte, nachdem im Oktober in Japan erstmals ein Fall bekannt wurde, bei dem eine Person in einem Auto des Konkurrenten Nissan durch einen Gasgenerator verletzt wurde.

Die Airbags des japanischen Zulieferers Takata sind ein Dauer-Problem der Autobranche - es besteht die Gefahr, dass sie unvermittelt auslösen. Dabei kann es zu einer gefährlichen Explosion kommen, bei der Teile der Metallverkleidung durch den Innenraum des Autos geschleudert werden.

Mindestens sieben Todesfälle und zahlreiche Verletzte werden damit in Zusammenhang gebracht. Millionen von Fahrzeugen mussten deswegen schon weltweit zurückgerufen werden. Allein auf dem wichtigen US-Markt sind es bereits mehr als 19 Millionen Autos, eine der größten Rückrufaktionen aller Zeiten.

US-Mitarbeiter von Takata sollen jahrelang Bedenken wegen irreführender Testberichte zu den Airbags ihres japanischen Arbeitgebers geäußert haben, wie die US-Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" unter Berufung auf interne Dokumente aus den Jahren 2000 bis 2010 berichtete.

Daraus gehe hervor, dass die US-Mitarbeiter besorgt darüber waren, dass ihre japanischen Kollegen fehlgeschlagene Tests verschleierten und irreführende Daten zu manchen der Airbag-Gasgeneratoren für den größten Kunden, Honda Motor, vorlegten. Die Diskrepanzen in den Berichten beträfen aber nicht die Airbags, bei denen es später zu Explosionen kam, wurde ein Sprecher zitiert.

Ein Unternehmens-Sprecher sagte der dpa, es habe in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen von Takata an Automobilhersteller übergebene sogenannte Validierungstestberichte für Gasgeneratoren selektive, unvollständige oder fehlerhafte Daten enthielten.

"Takata bedauert die Probleme zutiefst, die im Zusammenhang mit diesen Validierungstests und den zugehörigen Berichten aufgetreten sind." Takata entschuldige sich aufrichtig bei Kunden, Behörden und Verkehrsteilnehmern. "Wir haben Maßnahmen ergriffen und werden weitere Maßnahmen ergreifen, um unsere Prozesse und Verfahren zu verbessern."

In den USA hatten die Behörden Takata wegen mangelnder Kooperation im Skandal um die defekten Airbags kürzlich zur Rechenschaft gezogen. Takata zahlt ein Bußgeld von 70 Millionen Dollar (66 Mio Euro), aufgeteilt auf sechs Raten, teilte die Verkehrsaufsicht NHTSA mit.

Nach Honda und Mazda will auch Toyota keine Gasgeneratoren mehr von Takata verbauen. Die Kundenbeziehungen zu Takata seien damit aber nicht beendet, hieß es im Umfeld des japanischen Konzerns. Honda und Toyota sind die Hersteller, die wegen defekter Airbags von Takata bisher die meisten Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen mussten.

dpa

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