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Wirtschaft Umweltprämie: Das müssen Fahrzeughalter jetzt beachten
Nachrichten Wirtschaft Umweltprämie: Das müssen Fahrzeughalter jetzt beachten
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21:58 08.08.2017
Besitzer von Euro 5-Dieseln können die Umweltprämie nicht in Anspruch nehmen. Quelle: dpa
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Hannover

Mit sogenannten Umweltprämien wollen die Autobauer Kunden zum Kauf neuer Fahrzeuge reizen. Die Zuschüsse von VW, Daimler, BMW und Co. folgen allesamt demselben Prinzip: Wer ein altes Auto abgibt und gleichzeitig einen Neuwagen kauft, bekommt einen Abschlag auf den Listenpreis. Die Marke des alten Autos spielt dabei keine Rolle. Im Detail gibt es aber Unterschiede. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

An wen richten sich die Aktionen?

VW, Audi, Skoda, BMW und Daimler sprechen Besitzer von Dieselautos der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4 an. Ford nimmt Fahrer von Benzinern und Dieseln mit Euro 1, 2 oder 3 ins Visier. Toyotas Aktion gilt für Diesel aller Abgasnormen. Um die Norm des eigenen Autos zu ermitteln, braucht man die Schlüsselnummer aus dem Fahrzeugschein. Zahlreiche Internetseiten verraten, welche Nummern zu welcher Abgasnorm gehören, zum Beispiel die ADAC-Webseite.

Warum sind Euro-5-Diesel ausgeschlossen?

Die deutschen Hersteller wollen die Stickoxid-Emissionen dieser Modelle durch Software-Updates nachträglich senken. Außerdem sind sie noch relativ jung, sie kamen erst ab 2009 auf den Markt. Ein Austausch nach so kurzer Zeit wäre ökologisch fragwürdig.

Seit wann muss das alte Auto auf mich zugelassen sein?

Bei BMW müssen es mindestens zwölf Monate sein, bei den anderen Herstellern genügen sechs Monate. Wer heute einen Gebrauchtwagen kauft, um in einem halben Jahr von der Prämie zu profitieren, sollte bedenken: Die meisten Hersteller haben angekündigt, dass die Prämien nur bis Ende 2017 gezahlt werden.

Werden die alten Autos verschrottet oder in Zahlung genommen?

Auch hier unterscheiden sich die Bedingungen. Ford und VW zahlen ihre Prämien für die Verschrottung des alten Autos. Einen Wertausgleich erhält man nicht. BMW und Toyota setzen voraus, dass man das Auto beim Händler in Zahlung gibt. Hier erhält man die Prämie also zusätzlich zum ausgehandelten Inzahlungnahmepreis. Daimler will alte Diesel der Normen 1 bis 3 verschrotten und Kunden dabei den Restwert erstatten. Ermittelt werden soll dieser Restwert durch Gutachten von Organisationen wie dem TÜV oder der Dekra. Euro-4-Diesel werden die Daimler-Händler in Zahlung nehmen.

Wie kann ich die Verschrottung nachweisen?

VW und Ford bieten an, dass der Händler die Verschrottung organisiert. VW will darüber hinaus Verschrottungsnachweise von Schrotthändlern akzeptieren.

Bekomme ich auch einen Benziner als Neuwagen?

Ja, aber die Bedingungen sind unterschiedlich. Daimler fördert nur neue Diesel, Plug-in-Hybride und den Kleinwagen Smart mit E-Antrieb. BMW zieht unabhängig vom Motor eine Obergrenze bei einem CO2-Ausstoß von 130 Gramm pro Kilometer. Einige PS-starke Modelle sind deshalb ausgeschlossen. Toyota zahlt nur Prämien für den Umstieg von einem Diesel auf einen Hybrid, also einen Benziner mit zusätzlichem E-Motor. Die anderen Hersteller fördern Neuwagen unabhängig von der Motortechnik.

Sind die Prämien mit anderen Rabatten kombinierbar?

Die Hersteller ziehen ihre Prämien vom Listenpreis ab. Unabhängig davon kann man mit den Händlern über weitere Rabatte verhandeln. Es ist aber davon auszugehen, dass diese wegen der neuen Prämien nicht mehr ganz so hohe Nachlässe geben wie gewohnt.

Gibt es eine Extraprämie für den Kauf eines Elektro-/Hybridfahrzeugs?

Wer ein Elektroauto kauft, bekommt zusätzlich den 2016 eingeführten staatlichen Umweltbonus in Höhe von 4000 Euro. Für Plug-in-Hybride beträgt dieser Bonus 3000 Euro. Staat und Hersteller teilen sich diese Kosten. VW zahlt den Kunden nun auch noch eine neue „Zukunftsprämie“. Sie beträgt 2380 Euro beim Kauf eines Elektroautos, 1785 Euro beim Kauf eines Hybridmodells und 1000 Euro bei Autos mit Erdgasantrieb.

Von Christian Wölbert/RND

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