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10:38 08.06.2016
Deutsche Urlauber liegen am Strand. Quelle: Julian Stratenschulte/Illustration
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Düsseldorf

Urlaubsgeld vom Arbeitgeber für die "schönste Zeit des Jahres" wird in Deutschland seltener: Bundesweit erhält nicht einmal jeder zweite Beschäftigte noch die Sonderleistung.

Das geht aus einer Online-Umfrage mit 6400 Befragten hervor, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch veröffentlichte. Aktuell bekommen demnach 41 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld, 2013 waren es 47 Prozent.

Männer (49 Prozent der Befragten) beziehen die Leistung öfter als Frauen (35 Prozent), in Westdeutschland fällt der Anteil mit 47 Prozent deutlich höher aus als im Osten (27 Prozent), und größere Betriebe zahlen öfter Urlaubsgeld als Kleinunternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten. Unterschiede zwischen Ost und West zulasten des Ostens gibt es etwa in der Textil-, der Süßwarenindustrie und im Großhandel.

Insgesamt ist der Anteil der Beschäftigten mit Urlaubsgeld seit Jahren leicht rückläufig, außerdem stagniert die Höhe der Leistung in der Mehrzahl der Branchen, wie das WSI bei der Auswertung von Tarifverträgen aus 22 Branchen ermittelte. Ein Grund dafür seien Festbetragsregelungen für das Urlaubsgeld in Tarifverträgen, so dass die Leistung mit neuen Tarifabschlüssen nicht mit steige.

Die Höhe des tariflichen Urlaubsgeldes variiert stark je nach Branche zwischen 155 und gut 2000 Euro extra. Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen in diesem Jahr Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Steinkohlebergbau. Die höchsten Zahlungen gibt es in der Industrie - etwa in der Druck- und Metallindustrie.

Überdurchschnittlich häufig werde Urlaubsgeld in Unternehmen mit Tarifbindung gezahlt - der Anteil liege dort bei 61 Prozent. Beschäftigte in Unternehmen, die aus der Tarifbindung aus- oder gar nicht erst eingetreten sind, erhielten dagegen nur zu 32 Prozent ein Urlaubsgeld. Der konstante Rückgang des Urlaubsgeldanteils in den vergangenen Jahren könne durchaus mit dem Trend zum Nachlassen der Tarifbindung zusammenhängen, sagte WSI-Tarifforscher Reinhard Bispinck.

dpa

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