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Wirtschaft VW-Abgasaffäre: Piëch belastet Winterkorn
Nachrichten Wirtschaft VW-Abgasaffäre: Piëch belastet Winterkorn
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15:58 03.02.2017
Ferdinand Piëch (links) und Martin Winterkorn bei einer Hauptversammlung der Volkswagen AG im Jahr 2013. Quelle: dpa
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Braunschweig

Lange hatte Ferdinand Piëch geschwiegen, nun hat der ehemalige VW-Aufsichtsratsvorsitzende vor der Staatsanwaltschaft ausgepackt. Und was er dort nach „Spiegel“-Informationen ausgesagt haben soll, dürfte dem Ex-VW-Obersten Martin Winterkorn nicht gefallen.

Laut Piëch soll der nun doch schon früher von den Manipulationen der Abgaswerte gewusst haben. Er selbst habe Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis über den Dieselbetrug in den USA gesteckt bekommen. US-Behörden hätten seinerzeit Hinweise an VW weitergeleitet. Winterkorn habe auf Piëchs Nachfrage hin die Existenz eines derartigen Schreibens aber verneint.

Bei seiner Anhörung vor dem Untersuchungsauschuss im Bundestag Mitte Januar hatte Winterkorn noch beteuert, dass er selbst erst mit Bekanntwerden des Diesel-Skandals davon erfahren habe. Nach offiziellen Angaben hat der VW-Vorstand Anfang September 2015 von den Manipulationen erfahren, die zuerst in den USA entdeckt worden waren.

Möglicher Betrug: Ermittlungen gegen Winterkorn ausgeweitet

Ende Januar war allerdings bekannt geworden, dass die mit der Aufklärung betraute Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen auch auf Winterkorn ausgeweitet hat. Wegen des Anfangsverdachts des Betrugs war die Villa des EX-VW-Chefs durchsucht worden. Aufgrund von Zeugenaussagen, ausgewerteter Dateien und aus den bislang in den Ermittlungen gewonnenen Erkenntnissen hätten sich „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür ergeben, dass Winterkorn „früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte“, begründeten die Staatsanwälte diesen Schritt. Bis dahin hatten die Behörden gegen Winterkorn nur mit dem Verdacht auf Finanzmarktmanipulationen ermittelt.

VW hatte eine Software verbaut, die erkennt, wenn Abgas-Werte auf dem Prüfstand gemessen werden und die Ergebnisse manipuliert. Nach Bekanntwerden des Skandals war Winterkorn Ende 2015 von seinem Posten zurückgetreten.

Von RND/caro

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