Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
VW in den USA: Noch mehr Autos im Visier

Auto VW in den USA: Noch mehr Autos im Visier

Auf den letzten Drücker legt Volkswagen in den USA Vorschläge zur Beseitigung von Manipulations-Software in Diesel-Autos vor. Kurz zuvor wird bekannt, dass 75 000 weitere Fahrzeuge unter Verdacht stehen. In Wolfsburg kündigt der Konzern Sparmaßnahmen an.

Voriger Artikel
Wachsender Deutschland-Tourismus treibt Hotelneubau an
Nächster Artikel
Verdi erhöht Druck auf Amazon - Streik in Koblenz

Ein eingeschneiter Volkswagen Tiguan steht in Lübeck bei einem Autohändler.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Washington/Wolfsburg. Für VW wird die US-Baustelle in der Abgas-Affäre immer größer. Die amerikanischen Umweltbehörden haben weitere 75 000 Autos ins Visier genommen.

Bei einem Treffen am Donnerstag hätten Vertreter des Konzerns eingeräumt, dass sämtliche Diesel-Fahrzeuge der Marken VW und Audi mit 3,0-Liter-Motoren aus den Modelljahren 2009 bis 2016 mit einer verdächtigen Software ausgestattet seien, teilten die US-Umweltbehörden EPA und CARB mit. Derweil reichte Volkswagen in den USA kurz vor Ablauf eines Ultimatums erste Vorschläge zur Bewältigung des Abgas-Skandals ein.

Bei den von der jüngsten EPA-Mitteilung betroffenen Fahrzeugen handelt es sich der Behörde zufolge um den Volkswagen Touareg und den Porsche Cayenne sowie um verschiedene Luxusmodelle von Audi. Bereits am 2. November hatten die Umweltbehörden VW und die Konzerntöchter mit einem entsprechenden Verdacht konfrontiert. Bislang war in diesem Fall aber nur wegen etwa 10 000 Wagen der Baujahre 2014 bis 2016 ermittelt worden.

Die Software ist eine andere, als die bereits als Schummelprogramm ("Defeat Device") überführte, deren manipulativen Einsatz bei Emissionstests von etwa 480 000 Diesel-Fahrzeugen mit 2,0-Liter-Motoren VW bereits im September eingestanden hatte. Die zweite verdächtige Software wird "Auxiliary Emissions Control Device" (AECD) genannt und betrifft auch die VW-Premiummarke Porsche. VW hat bislang stets abgestritten, dass die Software, um die es bei den 3,0-Liter-Modellen geht, ein Schummelprogramm ist.

Fest steht: CARB-Testergebnisse zeigten, dass Abgaswerte auf dem Prüfstand auch hier deutlich geringer ausfielen als im Normalbetrieb. Ein Sprecher erklärte aber, bislang könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das - wie bei den 2,0-Liter-Diesel-Modellen - an einer absichtlichen Manipulation liege. Ein Schuldgeständnis von VW liege bislang nicht vor. Auf jeden Fall habe es der Konzern aber versäumt, den US-Behörden den Einbau der strittigen Software vorschriftsgemäß zu melden und müsse nun mit Konsequenzen rechnen.

Ein VW-Sprecher wollte dies am Wochenende nicht kommentieren und verwies auf die Tochter Audi, die das Triebwerk federführend für den VW-Konzern entwickelt hat. Ein Audi-Sprecher bestätigte die Zahl der betroffenen Fahrzeuge aus den Modelljahren 2009 bis 2016. Er bekräftigte jedoch, die beanstandete Software sei jedoch kein Schummelprogramm. Es reagiere auf Umgebungstemperaturen und diene zum schnelleren Warmlaufen des Katalysators in der Aufheizphase. Der Konzern sei über Einzelheiten weiter im Gespräch mit den US-Umweltbehörden.

Der Sprecher widersprach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Audi-Techniker hätten anerkannt, dass sie "Schummel-Software" eingesetzt hätten. Anders als bei Vier-Zylinder-Motoren könne die Software der Sechs-Zylinder-Motoren nicht erkennen, ob das Fahrzeug auf einem Prüfstand getestet werde. Man habe lediglich anerkannt, dass es sich um Software handele, die nicht ausreichend dokumentiert sei. "Wir gehen davon aus, dass wir an der Software etwas machen müssen", sagte der Audi-Sprecher.

VW legte unterdessen in den USA einen Rückrufplan für die rund 480 000 von der Affäre um manipulierte Messwerte bei Emissionstests betroffenen Fahrzeuge der Modelljahre 2009 bis 2015 mit 2,0-Liter-Motoren vor. Dies teilten EPA und CARB in der Nacht auf Samstag mit. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Aufseher haben nun bis zu 20 Geschäftstage Zeit, die Vorschläge zu prüfen. Sie hatten den Wolfsburgern eine Frist bis Mitternacht (Ortszeit) gesetzt. VW hat zum Zeitplan des Rückrufs bislang nur vage Angaben gemacht. VW-USA-Chef Michael Horn hatte bei einer Kongressanhörung am 8. Oktober gesagt, es werde wohl mehrere Jahre dauern, bis die komplizierte Aktion abgeschlossen sei. VW teilte mit, weiterhin voll und ganz mit den Behörden zu kooperieren.

Obwohl das ganze Ausmaß noch nicht abzusehen ist, kommt Volkswagen der Abgas-Skandal bereits teuer zu stehen. Angesichts der immensen Kosten muss der Konzern seine Investitionen kürzen - wenngleich VW-Chef Matthias Müller am Freitag klarmachte, dass vorerst keine massiven Einschnitte geplant seien.

Der Konzern wolle nicht auf Kosten der Zukunft sparen, sagte Müller am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg. Zugleich betonte er: "Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht." Man werde in den nächsten Wochen weitere Ausgaben überprüfen und gegebenenfalls auch streichen oder strecken. In der Abgas-Affäre drohen Milliardenkosten.

Für das kommende Jahr will VW die Sachinvestitionen auf maximal zwölf Milliarden Euro begrenzen. Das sei etwa eine Milliarde Euro weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Müller sagte, VW wolle sich auf die Technologien der Zukunft konzentrieren - das sind die Elektromobilität und die Digitalisierung der Branche mit immer mehr Internet im Auto.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 11.222,50 +0,39%
TecDAX 1.754,50 +1,24%
EUR/USD 1,0536 -0,73%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 77,16 +3,42%
FRESENIUS... 69,70 +2,06%
Henkel VZ 109,37 +1,89%
DT. BANK 17,26 -3,70%
THYSSENKRUPP 23,49 -2,41%
INFINEON 16,20 -1,15%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Stabilitas PACIFIC AF 164,92%
Structured Solutio AF 163,72%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 112,08%
Fidelity Funds Glo AF 98,25%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr