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Wirtschaft Verbraucher müssen mit höheren Strompreisen rechnen
Nachrichten Wirtschaft Verbraucher müssen mit höheren Strompreisen rechnen
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07:06 06.01.2017
Verbraucher müssen in diesem Jahr mit steigenden Strompreisen rechnen. Quelle: dpa
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Berlin

Die Strompreise für Haushalte dürften 2017 erstmals über 30 Cent je Kilowattstunde liegen. Das geht aus der aktuellen Auswertung der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende für das Jahr 2016 hervor. Eine Auswertung, wie viel Strom in den einzelnen Bundesländern kostet, finden Sie hier.

2016 sei das Jahr der billigen Energie gewesen, heißt es in der Auswertung. Sowohl die Weltmarktpreise für Kohle, Öl und Gas als auch die Strompreise im Großhandel an der Börse seien gesunken. Die Börsenpreise hätten mit 26,60 Euro pro Megawattstunde auf einem Zehn-Jahres-Tief gelegen.

Doch während Börsenstrom, Erdgas und Heizöl zuletzt billiger wurden, gelte dies wegen steigender Abgaben und Umlagen nicht für den Haushaltsstrompreis. „Bleibt das System der Abgaben und Umlagen, wie es ist, so ist bis 2023 ein weiterer Anstieg der Strompreise absehbar“, sagte Agora-Direktor Patrick Graichen. „Erst danach kommen die "Ernte-Jahre" der Energiewende.“

System soll überarbeitet werden

Das System der Steuern, Abgaben und Umlagen sollte Graichen zufolge überarbeitet werden. Denkbar sei es etwa, die Stromkosten zu senken und Abgaben sowie Umlagen auf klimaschädliche Energieträger wie Kohle, Heizöl, Diesel, Benzin und Gas zu verlagern.

Die Stromerzeugung aus Kohle in Deutschland ist weiter auf dem Rückzug, der Ökostrom-Anteil dagegen wächst. Erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft liefern inzwischen fast jede dritte Kilowattstunde und deckten 2016 mehr als 32 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab.

Zugleich hätten sich Gaskraftwerke kräftig Marktanteile zurückerobert. Dennoch werde das Tempo bei der Energiewende nicht ausreichen, um die Klimaziele bis zum Jahr 2020 zu erreichen, schreiben die Agora-Experten.

Ökostrom-Anteil nimmt zu

Der Ökostrom-Anteil stieg 2016 laut Agora um 0,8 Punkte auf 32,3 Prozent. Dass trotz neuer Windkraft- und Solarstromanlagen nur 4 Terawattstunden mehr Ökostrom als im Vorjahr produziert wurden, sei eine Folge der unterdurchschnittlichen Wind- und Sonnenbedingungen im vergangenen Jahr. Der Ausbau sollte sich daher an den schlechten Windjahren orientieren, forderte Graichen.

„Gas ist der Gewinner 2016 und bringt den Kohleausstieg auf leisen Pfoten“, heißt es in der Auswertung. Erdgaskraftwerke produzierten gut ein Viertel mehr Strom als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 12,1 Prozent am Erzeugungsmix lieferten sie fast so viel Strom wie Kernkraftwerke (13,1 Prozent), deren Erzeugung sich seit dem Jahr 2000 annähernd halbiert habe.

Stromverbrauch geht leicht zurück

Der Anteil von Braunkohle an der Stromerzeugung sei auf 23,1 Prozent gesunken (minus 0,8 Punkte), der Anteil der Steinkohle verringerte sich auf 17 Prozent (minus 1,2 Punkte). „Wenn man den Rückgang der Kohleverstromung (...) so fortsetzen würde, würde ungefähr Anfang 2038 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen“, sagte Graichen. Dennoch habe der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zugenommen - durch mehr Emissionen im Industrie-, Wärme- und Verkehrssektor. Der Stromverbrauch sei trotz Wirtschaftswachstums leicht zurückgegangen.

Die staatliche Ökostrom-Förderung wurde zum Jahresbeginn umgestellt. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erhalten Betreiber größerer Windparks, Solaranlagen und Biogas-Anlagen für eingespeisten Strom keine feste, gesetzlich festgelegte Vergütung mehr. Stattdessen werden neue Projekte ausgeschrieben. Wer am wenigsten Subventionen verlangt, erhält dann den Zuschlag.

Von RND/dpa/are

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