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Verdi erhöht bei Poststreiks den Druck

Tarife Verdi erhöht bei Poststreiks den Druck

Beim Arbeitskampf bei der Deutschen Post steigt die Zahl der Streikenden von Tag zu Tag. Damit wird es für das Unternehmen allmählich schwieriger, die Folgen für die Postkunden zu begrenzen.

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Postbedienstete ziehen in einem Protestmarsch durch die Freiburger Innenstadt.

Quelle: Winfried Rothermel

Bonn. Heute legten am vierten Streiktag weitere 1500 Zusteller aus der Paket- und Verbundzustellung ihre Arbeit nieder und traten in einen unbefristeten Streik, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Seit Wochenanfang hat die Gewerkschaft die Streiks schrittweise auf die Paketzustellung in den Ballungsräumen und die Verbundzustellung im ländlichen Raum ausgeweitet. Inzwischen befinden sich laut Verdi bundesweit rund 16 000 Beschäftigte im Ausstand. In den kommenden Tagen sollen weitere Beschäftigte hinzukommen.

Die Post registrierte unterdessen 15 000 Streikende in Briefzentren, Paket- und Briefzustellung. Nach wie vor könne das Unternehmen die Auswirkungen für Kunden gering halten, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. 87 Prozent der Briefsendungen und 84 Prozent der verschickten Pakete würden ihre Empfänger immer noch pünktlich erreichen.

Dennoch verzeichnen die großen Konkurrenten der Post inzwischen eine verstärkte Nachfrage nach Transportdiensten. So suchten Privatkunden vermehrt die Paketshops von Hermes auf, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Aber auch Online-Händler, die sich bislang allein auf die Paketdienste der Post verließen, suchten nach Alternativen. "Wo wir können, helfen wir gerne aus", sagte der Hermes-Sprecher.

Amazon setze alles daran, die Auswirkungen der Poststreiks für die Kunden so gering wie möglich zu halten, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Dabei könne das Unternehmen auf ein Netzwerk alternativer Transportdienstler zurückgreifen - wie Hermes, UPS oder DPD. Eine Sprecherin von Zalando beteuerte, die Kunden könnten sich darauf verlassen, dass ihre Lieferungen pünktlich eintreffen. Bei einem Streik ließen sich aber Verzögerungen bei der Zustellung nicht gänzlich ausschließen.

Bei Post und Verdi gibt es derzeit von keiner Seite Signale für ein Einlenken in dem festgefahrenen Tarifkonflikt. In sechs Verhandlungsrunden hatten die Tarifpartner in den Wochen zuvor vergeblich nach Kompromisslösungen gesucht.

Auslöser des Tarifstreits ist die Ausgliederung von 49 regionalen Gesellschaften im Paketgeschäft. Die dort Beschäftigten, nach Angaben der Post inzwischen mehr als 6000 - erhalten weniger Geld als ihre Kollegen im Mutterkonzern. Verdi fordert unter anderem eine Rückführung der Beschäftigten in den Haustarif. Das lehnt die Post strikt ab, sie will ihre Personalkosten deutlich senken und der der Konkurrenz anpassen.

dpa

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