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Verschobene US-Zinswende: Negative Reaktion der Wall Street

Zentralbanken Verschobene US-Zinswende: Negative Reaktion der Wall Street

Die US-Notenbank hält vorerst an ihrer Nullzinspolitik fest. Erste Marktreaktionen fallen positiv aus.

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Die US-Börsen scheinen mit der Entscheidung der Fed in Washington zufrieden zu sein. 

Quelle: Andrew Gombert

New York. Die Wall Street hat die Verschiebung der US-Zinswende am Donnerstag leicht negativ aufgenommen.

Nachdem die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins in einer Spanne nahe der Nulllinie belassen und ein geringeres Tempo für Zinserhöhungen im kommenden Jahr angekündigt hatte, ging der davor kaum bewegte Dow Jones Industrial auf Berg- und Talfahrt.

Zum Schluss stand der Leitindex 0,39 Prozent im Minus bei 16 674,74 Punkten.

Der marktbreite S&P-500-Index sank um 0,26 Prozent auf 1990,20 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 rettete ein minimales Plus von 0,03 Prozent auf 4384,96 Punkte ins Ziel.

Mit der Entscheidung der US-Währungshüter bleiben Aktien zwar als Anlageklasse gegenüber festverzinslichen Wertpapieren zunächst attraktiv. Börsianer hoben aber eher auf die damit ebenfalls zum Ausdruck kommende Konjunkturskepsis ab. "Der Schritt der Fed suggeriert, dass man trotz der sich weiter erholenden US-Wirtschaft und nahezu Vollbeschäftigung Respekt vor einer zu restriktiven Geldpolitik und erneuten Turbulenzen in China hat", schrieb Marktanalyst Jens Klatt vom Broker Daily FX. Immerhin bleibe aber die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember offen.

Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner betonte die zurückhaltenden Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen zur Verfassung der US-Konjunktur: "Damit ist es noch nicht einmal klar, dass die Zinsen bei der nächsten Sitzung wirklich angehoben werden." Die Frage, wie schlimm die derzeitige konjunkturelle Situation tatsächlich sei, dürfte die Unsicherheit zurückkehren lassen. "Damit hat die Fed dem Aktienmarkt mittelfristig keinen Gefallen getan", so sein Fazit.

Unternehmensseitig blieb die Nachrichtenlage übersichtlich. Im Fokus stand eine milliardenschwere Übernahme in der Kabelnetzbranche: Der europäische Telekom- und Kabelkonzern Altice kauft den US-Anbieter Cablevision für rund 9,6 Milliarden US-Dollar (8,5 Mrd Euro). Inklusive Schulden liege der Cablevision-Unternehmenswert bei 17,7 Milliarden Dollar, hieß es. Pro Aktie zahlt Altice damit 34,90 Dollar, wie beide Unternehmen mitteilten. Die Cablevision-Titel sprangen um 13,91 Prozent auf 32,51 Dollar hoch.

Der Softwareriese Oracle kämpft indes weiter mit dem starken Dollar: Im Geschäftsquartal bis Ende August sank der Überschuss um 20 Prozent und der Umsatz fiel um zwei Prozent. Analysten hatten beim Erlös etwas mehr erwartet. Oracle sieht sich wie bereits in den Vorquartalen von der Dollar-Stärke ausgebremst: Ohne Währungseinflüsse wäre der Umsatz um 7 Prozent gestiegen. Die Aktien fielen um 4,00 Prozent.

Bei Amazon konnten sich die Aktionäre über Kursgewinne von 2,18 Prozent freuen. Der weltgrößte Online-Händler will im Tablet-Markt mit einem günstigen Gerät für 60 Euro punkten. Daneben stellte Amazon auch neue Versionen seiner leistungsstärkeren größeren Tablets und seiner Fernseh-Box Fire TV vor.

Der Euro reagierte positiv auf die verschobene US-Zinswende und sprang erstmals seit rund drei Wochen wieder über die Marke von 1,14 Dollar. Zuletzt war die Gemeinschaftswährung 1,1428 Dollar wert. Richtungsweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 28/32 Punkte auf 98 8/32 Punkte und rentierten mit 2,20 Prozent.

dpa

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