Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Versicherer: Großteil der Verträge künftig ohne Garantiezins
Nachrichten Wirtschaft Versicherer: Großteil der Verträge künftig ohne Garantiezins
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:20 25.12.2015
Lebensversicherungen ohne fest garantierte Zinsen werden in Zukunft den Großteil der Verträge bilden. Quelle: Jens Büttner/Symbolbild
Anzeige

Stuttgart (dpa) - Lebensversicherungen ohne fest garantierte Zinsen werden nach Einschätzung des Chefs der Allianz Leben in Zukunft den Großteil der Verträge bilden. "Der Anteil der neuen Angebote wird in Zukunft noch höher sein", sagte Markus Faulhaber der Deutschen Presse-Agentur.

In 15 bis 20 Jahren werde der Anteil dieser Produkte - Berufsunfähigkeitsversicherungen eingerechnet - bei der Allianz bei "90 Prozent und mehr" liegen, so der Chef des größten deutschen Lebensversicherers. Unter den Privatkunden machten diese Verträge im Neugeschäft bereits mehr als 80 Prozent aus, bei den Firmenkunden sei der Anteil niedriger.

Vor zwei Jahren hatte die Allianz erstmals eine Lebensversicherung auf den Markt gebracht, in der nur die eingezahlten Beiträge garantiert sind - der sonst übliche Garantiezins wird nicht mehr versprochen. Dafür können die Kunden aber von höheren Gewinnen profitieren, wenn die Anlage gute Renditen abwirft. Immer mehr Versicherer hatten zuletzt eine Abkehr von klassischen Policen mit Garantiezins angekündigt.

"Im Grunde haben bei Rentenversicherungen nur der Name und das Versprechen eines lebenslangen Einkommens Bestand", sagte Faulhaber weiter. Die Produkte hätten sich grundlegend verändert. Kunden wägten in ihrer Altersvorsorge zwischen Renditechancen und Sicherheit ab. "Die Hürde ist: Der Kunde muss das Konzept verstehen", so Faulhaber.

"Aus Kundensicht ist ein reines Klassik-Produkt für die langfristige Altersvorsorge nicht mehr sinnvoll, daher wird die klassische Variante mehr und mehr aus dem Markt verschwinden", sagte Faulhaber. Das Geschäft mit Verträgen, die überhaupt keine Sicherheit bieten, werde aber bei vier oder fünf Prozent bleiben. "Das hat sich in den letzten Jahren auch nicht verändert."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Millionen von Autofahrern müssen jedes Jahr zur Hauptuntersuchung. Nun aber gibt es Unklarheit, ob die bekannten Prüforganisationen weiter prüfen dürfen. Der Tüv-Verband versucht zu beruhigen.

24.12.2015

In der Hochphase des Weihnachtsgeschäfts setzt Verdi im Dauerstreit mit Amazon wieder auf Streik. Doch im nächsten Jahr kommt nach Ansicht von Gewerkschaftsboss Bsirske noch auf andere Art Druck auf den Versandhändler zu.

24.12.2015

Experten sind sich einig: Im nächsten Jahr wird es in Deutschland dank der guten Konjunktur weniger Unternehmensinsolvenzen geben. Ganz anders dürfte es beim wichtigen Handelspartner China aussehen.

24.12.2015
Anzeige