Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Verteidigung will Freispruch im Prozess gegen Ex-Porsche-Chefs

Prozesse Verteidigung will Freispruch im Prozess gegen Ex-Porsche-Chefs

Seit dem Herbst muss Wendelin Wiedeking immer mal wieder auf der Anklagebank des Stuttgarter Landgerichts Platz nehmen. Damit ist bald Schluss. Aus Sicht der Verteidiger hat der Manager eine weiße Weste.

Voriger Artikel
Metalltarifrunde ergebnislos beendet
Nächster Artikel
Dax greift 10 000 Punkte an

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche Automobil Holding SE, Wendelin Wiedeking und sein Anwalt Hanns Feigen auf dem Weg zum Landgericht in Stuttgart.

Quelle: Bernd Weißbrod/Archiv

Stuttgart. Im Porsche-Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht haben die Verteidiger von Ex-Firmenchef Wendelin Wiedeking und seinem früheren Finanzvorstand Holger Härter auf einen Freispruch gepocht.

"Er (Wiedeking) hat sich nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen", sagte der Anwalt Hanns Feigen am Montag. Auch die Vertreter Härters wiesen Vorwürfe zurück, ihr Mandant habe mit einer Pressemitteilung vom Oktober 2008 den VW-Börsenkurs manipulieren wollen.

Am Ende des Verhandlungstages ergriffen Wiedeking und Härter, die zuvor 20 Verhandlungstage schweigend im Gerichtssaal gesessen hatten, das Wort. "Wir haben stets zutreffend kommuniziert", sagte Wiedeking. "Es bleibt dabei, ich habe mir nichts vorzuwerfen." Dies bekräftigte auch Härter.

In der strittigen Mitteilung hatte Porsche in der damaligen heißen Phase des VW-Übernahmeversuchs angekündigt, 75 Prozent von Volkswagen übernehmen zu wollen, sollten die Rahmenbedingungen stimmen. Zudem wurde ein Beherrschungsvertrag geplant, wodurch Porsche Wolfsburger Gewinne hätte abführen können.

Binnen zwei Tagen schnellte der VW-Kurs von etwa 200 auf gut 1000 Euro in die Höhe - Hedgefonds, die auf sinkende Kurse gesetzt hatten, machten Milliardenverluste. Sie klagen in separaten Zivilverfahren auf Schadenersatz.

In dem Stuttgarter Strafverfahren hatten die Staatsanwälte in der vergangenen Woche eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren für Wiedeking und zweieinviertel Jahren für Härter gefordert. Dabei hatten sie zwar eingeräumt, dass die Zeugen in dem vor fünf Monaten begonnenen Prozess zwar die Anklagepunkte nicht wesentlich hatten stützen können. Wegen Indizien sei die Schuld von Wiedeking und Härter dennoch erwiesen, argumentierte die Staatsanwaltschaft.

Die Verteidiger kritisierten das Vorgehen der Ankläger scharf. Es handele sich um "Hirngespinste", monierte Verteidiger Walther Graf. "Es gab keine geheimen Pläne, den Kurs hochzujubeln und dann Kasse zu machen." In der Woche vor der Mitteilung vom 26. Oktober 2008 war der VW-Kurs eingebrochen, laut den Anklägern hatten die Porsche-Chefs ihn dann "in Panik" hochpushen wollen. Die Kassen des Unternehmens seien wegen missratener Optionsgeschäfte so gut wie leer gewesen, zudem hätten Milliardenverluste gedroht, so die Staatsanwaltschaft.

Die Härter-Anwältin Anne Wehnert widersprach dieser Annahme. Die Staatsanwaltschaft habe sich verrechnet: Nicht ein Minus von sieben Milliarden Euro, sondern ein Minus von bloß etwa 200 Millionen Euro hätte anfallen können, was verkraftbar gewesen wäre für Porsche.

Es sei zudem "ein billiger Trick" gewesen, nur ein Zeitfenster von einer Woche zur Kalkulation angeblicher Verluste zu nehmen, sagte Wehnert. Dabei werde außer Acht gelassen, dass in den Monaten vorher bei Optionsgeschäften auch Buchgewinne gemacht worden seien, als der VW-Kurs von 204 auf 400 Euro stieg. Auch die angeblichen Einbußen beim Porsche-Eigenkapital habe es so nicht gegeben. Die Ankläger hätten sich "grob fahrlässig" verrechnet, empörte sich Wehnert. Anwalt Feigen sagte zu der Argumentation der Ankläger: "Es handelt sich um eine durch nichts belegte Spekulation, um eine reine Vermutung ins Blaue hinein."

Auch die Verteidiger des mitangeklagten Unternehmens Porsche SE wiesen die Vorwürfe zurück. Porsche sei Ende Oktober 2008 entgegen der Darstellung der Staatsanwaltschaft noch überaus liquide gewesen, mehr als drei Milliarden Euro hätten kurz vor Veröffentlichung der Mitteilung noch bereitgestanden, sagte Anwalt Daniel Krause. "Es gab zu keiner Zeit eine Liquiditätsenge." Laut Forderung der Ankläger soll die Porsche SE 807 Millionen Euro Strafe zahlen.

Staatsanwalt Heiko Wagenpfeil nannte die Kritik der Verteidiger seinerseits eine "Show" ohne die richtigen Sachargumente: "Die Vorwürfe prallen an der Robe ab." Nach 21 Prozesstagen steht an diesem Freitag das Urteil in dem Mammutverfahren an.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.975,00 +1,85%
TecDAX 1.716,50 +0,95%
EUR/USD 1,0761 +0,41%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 23,50 +6,58%
VOLKSWAGEN VZ 126,45 +4,04%
CONTINENTAL 178,77 +4,01%
RWE ST 11,64 -2,88%
FMC 73,81 -1,46%
MERCK 91,67 -1,44%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%
Morgan Stanley Inv AF 91,29%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr