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Vorstoß gegen Ölschwemme - aber Zweifel an Umsetzung

Energie Vorstoß gegen Ölschwemme - aber Zweifel an Umsetzung

Es gibt zu viel Öl auf der Welt - deshalb sind die Preise im Keller. Russland und führende Mitglieder des Ölkartells Opec wollen den Trend beenden. Doch der Kompromiss gilt schon jetzt als fragil.

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Ölpumpen auf einem Ölfeld.

Quelle: Larry W. Smith/Archiv

Doha/Moskau. Angesichts der fallenden Ölpreise wollen die wichtigen Förderländer Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela ihre Produktion nicht weiter ausbauen.

Die Förderung solle auf dem Niveau vom Januar 2016 eingefroren werden, kündigte der russische Energieminister Alexander Nowak an. Voraussetzung sei, dass sich andere Öl-Fördernationen anschlössen, betonte Nowak nach einem Treffen mit Kollegen aus Mitgliedsländern des Ölkartells Opec in Katar mit. Die Ölpreise, die sich zuvor in Erwartung sinkender Produktionsmengen noch erholt hatten, sanken wieder.

Das Förderland Iran zeigte sich zudem in einer ersten Reaktion skeptisch. "Bisher sehen wir Bedarf im Ölmarkt und wären daher nicht bereit, auf unseren Anteil zu verzichten", sagte Irans Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh der Agentur Irna zufolge. Er kündigte zugleich für diesen Mittwoch ein Treffen mit seinen Kollegen aus Venezuela und dem Irak an.

Der Iran hatte nach der Aufhebung westlicher Sanktionen erst vor kurzem angekündigt, seine Fördermenge schrittweise auszuweiten. Zudem ist das islamische Land der Erzfeind Saudi-Arabiens, dem dominierenden Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Der Irak hat seinerseits die Förderung in den vergangenen Monaten ausgeweitet.

Das Treffen der Ressortchefs aus Russland, Saudi-Arabien, Venezuela und Katar war mit Spannung erwartet worden. Seit Mitte 2014 waren die Ölpreise um bis zu 70 Prozent eingebrochen. Die Debatte um eine Reduzierung der Fördermengen verläuft seit Monaten ergebnislos.

Am Rohölmarkt konnten die Preise von der Ankündigung zunächst nicht profitieren, sondern gaben zuvor erzielte Gewinne überwiegend ab. Dafür waren vor allem zwei Gründe zu hören: Zum einen werde die Förderung auf einem sehr hohen Niveau eingefroren. Zum anderen sei fraglich, ob die Länder ihre Vereinbarung auch umsetzten. "Schließlich müssen den Worten auch Taten folgen", betonte Frederik Kunze von der NordLB. Die Experten der Commerzbank kommentierten: "Ob dies zu einem Abbau des Überangebots führt, bleibt abzuwarten."

Saudi-Arabien, das mit Abstand produktionsstärkste Opec-Land, stemmt sich gegen Förderkürzungen. Das Königreich will seine Marktanteile mit einem Preiskampf gegen aufstrebende Ölförderer wie US-Schieferölproduzenten verteidigen - notfalls auch mit Hilfe großer Mengen zu geringen Preisen. Russland, das der Opec nicht angehört, ist ebenfalls einer der größten Ölförderer der Welt.

Allein Saudi-Arabien und Russland produzieren zusammen pro Tag gut zwanzig Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl. Das sind etwas mehr als zwanzig Prozent der weltweiten Tagesproduktion. Die Opec kommt auf eine Tagesproduktion von etwa 33 Millionen Barrel. Das ist gut ein Drittel der globalen Förderung. Unklar war zunächst die Haltung des Iran - das islamische Land hatte nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen eine rasche Anhebung seiner Ölförderung angekündigt.

Für die krisengeschüttelte Rohstoffmacht Russland wäre eine Festlegung auf das Januar-Niveau Beobachtern zufolge von großem Vorteil. Im Januar hatte Russland mit rund 46 Millionen Tonnen mehr Öl gefördert als in jedem einzelnen Monat 2015, wie die Agentur Tass meldete. Hochgerechnet würde das Riesenreich demnach damit 2016 die Rekordmenge von 552 Millionen Tonnen produzieren. Unklar war zunächst, wie hoch das Förderniveau der Opec-Staaten im Januar war.

In bisherigen Szenarien war das Wirtschaftsministerium in Moskau von geringeren Mengen für dieses Jahr ausgegangen. Der Absturz der Ölpreise hat eine massive Abwertung der russischen Landeswährung Rubel zum US-Dollar und Euro ausgelöst und zu einer schweren Wirtschaftskrise beigetragen. Die Wirtschaftsleistung war 2015 nach Schätzungen des Statistikamtes im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent geschrumpft.

dpa

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