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Wirtschaft Warum Sie jetzt Heizöl bestellen sollten
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21:20 01.12.2016
Ein Lieferant bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor: Die Preise dürften steigen. Quelle: dpa
Wien/Berlin

Experten erwarten nach der Einigung der Opec auf eine Förderkürzung einen weiteren Anstieg der Ölpreise. Hinzu kommt, dass auch Länder wie Russland, die dem Kartell nicht angehören, bei der Verknappung des Rohstoffs mitziehen wollen. Für Verbraucher wird sich dies in den kommenden Wochen wohl mit einem moderaten Anstieg der Kosten fürs Tanken und Heizen bemerkbar machen.

Der Ölpreis reagierte schon nach dem Beschluss vom Mittwoch prompt. Um mehr als 10 Prozent kletterte er – ein Fass der Nordseesorte Brent kostet jetzt fast 53 Dollar. Im historischen Vergleich ist das nicht viel, vor wenigen Jahren war Rohöl doppelt so teuer. Aber es scheint, als sei der Abwärtstrend gebrochen. Anfang 2016 kostete Öl noch 30 Dollar, seitdem ging es aufwärts. Jetzt stehe „der kräftigste Anstieg des Ölpreises in der jüngeren Vergangenheit“ bevor, sagt Alexander Steinert vom Vergleichsportal Esyoil.

Experten: Heizöl wird mittelfristig teurer

Allen Besitzern von Ölheizungen rät Aribert Peters: „Wer seinen Tank noch nicht voll hat, sollte jetzt Heizöl bestellen.“ Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher verweist darauf, dass in der Regel der Preis gezahlt werden muss, der bei der Bestellung aktuell war. Wird Heizöl also in den kommenden Wochen teurer, kann es sich für Verbraucher lohnen, vorher zu handeln.

Der Trend ist bereits spürbar. Nach Angaben des Vergleichsportals Check24 kosten 3000 Liter Heizöl im bundesweiten Durchschnitt derzeit 1650 Euro und damit schon 6  Prozent mehr als zu Wochenbeginn. Der Rohölpreis habe auf die Opec-Entscheidung sofort reagiert, der Heizölpreis habe nachgezogen. Heizöl werde „mittelfristig teurer“.

Noch bewegen sich die Preise aber trotzdem auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Am teuersten war Heizöl in diesem Jahr bisher im Oktober, als 3000 Liter durchschnittlich 1627 Euro kosteten. Danach ging der Preis trotz der beginnenden Heizsaison noch einmal zurück – auch, weil Zweifel an der Entschlusskraft der Opec aufgekommen waren. Im November kosteten 3000 Liter im Durchschnitt nur 1562 Euro.

Neuer Höchststand für dieses Jahr erwartet

„Die Preise sind aber insgesamt höher als vor einem Jahr“, erklärt Verbandschef Peters. Mit einem Rückschlag rechnen die Experten erst einmal nicht mehr. Vermutlich werde es im Dezember noch einen Höchststand für dieses Jahr geben, heißt es bei Check24.

Der günstigste Preis lässt sich im Internet bei verschiedenen Portalen oder auch einzelnen Händlern ermitteln. Vor der Bestellung sollten Verbraucher immer mehrere Vergleichsrechner bemühen und das Kleingedruckte im Blick haben. Wichtig ist unter anderem, die Endpreise und nicht den Preis pro 100 Liter zu vergleichen, der meist in den Vordergrund gestellt wird. Gebühren wie Lieferkosten oder der Gefahrgutaufschlag sind oft nicht enthalten.

Der Preistrend für die nächsten Monate scheint klar. Langfristig halten sich die Experten aber mit Prognosen zurück. Wenn die Opec-Beschlüsse umgesetzt würden, sei es mit dem Überangebot auf dem Ölmarkt vorbei, sagt Eugen Weinberg von der Commerzbank. Das spräche für einen langfristigen Aufwärtstrend. Doch bisher ist es der Opec selten gelungen, ihre Beschlüsse in allen beteiligten Staaten durchzusetzen. Diesmal soll ein Komitee die Einhaltung überwachen. Eine unbekannte Größe bleiben die USA, deren Fracking-Boom zum Überangebot führte. Die Investmentbank Goldman Sachs bleibt skeptisch: Die US-Anbieter könnten den Raum nutzen, den die Opec frei macht. Dann würde der Preis wieder unter Druck kommen.

Von RND/Stefan Winter

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