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09:37 01.09.2017
Günther Oettinger gilt als ein heißer Kandidat für die Nachfolge von VDA-Präsident Matthias Wissmann. Quelle: dpa
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Berlin

Bei einer unliebsamen Person wird gern die Zermürbungstaktik angewandt, um das Miteinander zu beenden. Man trennt sich dann entweder „im beiderseitigen Einvernehmen“ – oder man macht den Alteingesessenen zum Grüßaugust mit einem Neuen an der Seite. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilwirtschaft (VDA), ist ein heißer Kandidat für solch ein Schicksal.

Offiziell dementierten Konzerne und VDA am Donnerstag einen Bericht des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), dass derzeit die Ablösung Wissmanns vor dessen Vertragsende 2018 vorbereitet werde. Tatsächlich laufen oberste Verantwortliche seit Wochen mit der Frage durch die Lande, wer den Neuanfang der Branche im Dialog mit Politik und Kunden organisieren könne. Man will zumindest beim VDA mitten in der Diesel-Skandal-Debatte um drohende Fahrverbote ein rasches Zeichen geben.

Oettinger gilt als Intimus von Daimler-Chef Dieter Zetsche

Als denkbarer Nachfolger Wissmanns wird unter anderem EU-Kommissar Günther Oettinger (63) genannt. Der ist ein alter Bekannter von Daimler-Chef Dieter Zetsche, einem der mächtigsten Strippenzieher in der Branche. Oettingers aktuelle Verwendung als EU-Kommissar läuft offiziell noch bis 2019. Oettinger wäre beinahe schon 2016 VDA-Vorsitzender geworden. Der Europäer wollte aber noch einmal bei der EU punkten. Jetzt sieht seine Lebensplanung nach der EU-Karriere einen Wechsel in die Wirtschaft vor. Das sagt Oettinger selbst. Er ist den großen Fahrzeug-Produzenten eng verbunden, ohne sich mit diesen öffentlich allzu gemein gemacht zu haben.

Auch ein Anwärter: Ex-NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin Quelle: picture alliancepicture alliance

Mächtige Kreise in der Zulieferindustrie setzen bei der VDA-Personalie dagegen auf mehr Unabhängigkeit von den großen Auto-Bossen. Gerade in Zeiten von Kartellvorwürfen in der Branche ist das keine ganz unattraktive Position. Einer ihrer Favoriten ist Garrelt Duin, Ex-Wirtschaftsminister in NRW und davor SPD-Landeschef in Niedersachsen. Auch einen Generationenwechsel im Verband würde der 49-Jährige Duin eher verkörpern als Oettinger. Fest steht, dass die VDA-Personalie bei Mercedes koordiniert wird.

Über seinen südwestdeutschen Parteifreund Wissmann hat Deutschlands EU-Kommissar Oettinger 2007 mal gesagt: „An der Schnittstelle zwischen Automobilwirtschaft und Politik braucht es eine Persönlichkeit, die Ökonomie, Ökologie und Innovationsfähigkeit für diesen bedeutenden Wirtschaftszweig verbinden kann.“

Von Dieter Wonka/RND

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