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Wirtschaft Regional 266 Millionen Stück in den nächsten Monaten: 50-Euro-Scheine werden auch in Leipzig gedruckt
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21:53 26.02.2019
Geldmanager unter sich: Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann (l.), Vize-Werkleiter Günter Olschewski (M.) und Sachsens Finanzminister Matthias Haß. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Es sind durchaus gigantische Zahlen. Bis Ende August werden in der Leipziger Wertpapierdruckerei Giesecke+Devrient 266 Millionen 50-Euro-Banknoten gedruckt. Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann, Sachsens Finanzminister Matthias Haß (CDU), Wolfram Seidemann, Chef der zuständigen Tochterfirma Currency Technology GmbH, sowie Vize-Werkleiter Günter Olschewski starteten am Dienstag die Produktion dieser neuen Tranche, die insgesamt 13,3 Milliarden Euro Bargeld ausmacht. In sieben Monaten wird also eine Summe hergestellt, die umgerechnet 65 Prozent des von Haß verwalteten Jahresetats des Freistaates ausmacht.

Er sei stolz darauf, dass Sachsen ein derartiges Unternehmen im Lande habe, sagte der Minister und spielte damit nicht nur auf die 400 Arbeitsplätze in Leipzig an. Schließlich gehören zu Giesecke+Devrient auch eine Papierfabrik in Königstein sowie die Firma Secunet in Dresden.

Zusammen kommen so weitere 300 Jobs dazu. Der gesamte Konzern, der in München sitzt und einen Jahresumsatz von über zwei Milliarden Euro erwirtschaftet, beschäftigt weltweit 11. 600 Mitarbeiter.

Viele Staaten lassen ihre Banknoten in Leipzig drucken

1991 erwarben die Bajuwaren die hiesige Wertpapierdruckerei von der Treuhand zurück. Das Unternehmen hat seinen Ursprung im Jahr 1852. Damals gründeten Hermann Giesecke und Alphonse Devrient in Leipzig das „Typografische Kunst-Institut Giesecke & Devrient“, das zwei Jahre später den ersten Banknotendruck begann.

Zu DDR-Zeiten fabrizierte der enteignete Betrieb in Leipzig alle Banknoten, Briefmarken, Dokumente und Pässe. Der Sitz von Giesecke+Devrient war 1948 nach München verlegt worden.

Allein seit 2001 seien in der Messestadt 2,03 Milliarden Stück Banknoten hergestellt worden, berichtete Seidemann. Drei Viertel davon entfielen auf Aufträge der Bundesbank. Aber auch andere Staaten lassen ihre Noten in Leipzig drucken.

„Im vorigen Jahr belieferten wir 18 Länder.“ Seidemann bezeichnete die Geldscheine als High-Tech-Produkte. „Wir investieren in Größenordnungen in Forschung und Entwicklung sowie in bessere Technik.“ Schließlich „müssen wir Fälschern immer einen Schritt voraus sein“. In den vergangenen fünf Jahren seien „gut 100 Millionen Euro“ in den Standort Leipzig geflossen.

Plädoyer für den Erhalt des Bargelds

Die Banknoten hier werden nicht aus Papier, sondern aus Fasern hergestellt, die Abfallprodukte der Textilproduktion sind. Die Qualitätsanforderungen sind hart. Unter anderem werden die Noten bei 90 Grad in der Waschmaschine einem Härtetest unterzogen. Der Ausdruck Geldwäsche bekommt so eine ganz andere Bedeutung.

Seidemann hielt noch ein Plädoyer für den Erhalt des Bargelds ab. „Es hat über Jahrzehnte das Vertrauen der Menschen gewonnen“, sagt er. Es ermögliche allen die Teilnahme am Wirtschaftsleben. Bargeld verschaffe „eine viel bessere Kontrolle über die Ausgaben als die kleine Plastikkarte“, betonte Haß, der selbst in der Regel bar bezahlt.

„Der Bedarf an Banknoten ist trotz einer Vielzahl an bargeldlosen Alternativen weiterhin hoch“, berichtete Beermann. An der Ladenkasse würden drei von vier Einkäufen bar bezahlt. Zudem sei das auch für den Handel günstiger. „Bargeldzahlungen kosten im Durchschnitt nur 24 Cent je Transaktion, während Kartenzahlungen mit bis zu 1,04 Euro ins Gewicht fallen.“ Er sei somit davon überzeugt, dass Leipzig „als Standort für den Banknotendruck weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird“.

Von Ulrich Milde

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