Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Amazon Leipzig: Berliner Band "Stamping Feet" trommelt Mitarbeiter zum Weihnachtsgeschäft

Amazon Leipzig: Berliner Band "Stamping Feet" trommelt Mitarbeiter zum Weihnachtsgeschäft

Der Versandriese Amazon steuert auf die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts zu - und bemüht sich, die fast 5000 Mitarbeiter im Leipziger Versandzentrum bei Laune zu halten.

Voriger Artikel
Ryanair streicht Angebot in Leipzig/Halle zusammen - fast alle Strecken auf der Kippe
Nächster Artikel
Streik ab Montag auch in Leipzig: Verdi startet Angriff auf Amazon-Weihnachtsgeschäft

Mitten im Weihnachtsgeschäft überrascht "Stamping Feet" aus Berlin die Versandmitarbeiter mit einem Konzert.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Am Freitag wurde eine Versandhalle kurzzeitig zum Konzertsaal umfunktioniert. Denn nächste Woche dürfte die stressigste des Jahres werden. Von möglichen neuen Streiks der Gewerkschaft Verdi will sich das Unternehmen dann das Geschäft nicht vermiesen lassen.

Leipzigs Amazon-Standortleiter Dietmar Jüngling hat seinen neuen Spitznamen weg: "Jay Didi". So sprach ihn gestern gewohnt flapsig der Frontmann von "Stamping Feet" von der Bühne aus an. Jüngling hatte die Berliner Band zum Gastauftritt in die Lagerhalle geholt, um den gestressten Paketpackern eine kleine Auszeit vorm großen Weihnachtsansturm zu gönnen. Und vor mehr als 1000 Amazon-Mitarbeitern ließ es Frontmann Basti Reznicek, der Sohn von "Silly"-Bassist Jäcki Reznicek, dann richtig rocken.

Mit dem Überraschungskonzert wollte Amazon seine Belegschaft noch einmal Kraft tanken lassen vor dem großen Ansturm. Jüngling: "Nächste Woche werden wir den Peak erreichen", also die absolute Jahresspitze. Vergangenes Jahr war das am 17. Dezember, als allein in Leipzig 756.000 Artikel an einem Tag verpackt wurden. In diesem Jahr hat der Versandhändler zugesagt, dass alle Bestellungen, die bis nächsten Freitag eingehen, noch pünktlich unterm Weihnachtsbaum liegen.

Doch statt Pakete zu packen war am Freitag eine halbe Stunden lang Konzert angesagt. Satte Drums dröhnten durch die Lagerhalle - und das während der Arbeitszeit. Zwischen Playmobil-Kartons, Haarschneidern und Spielekonsolen war eine kleine Bühne aufgebaut worden - auf der "Stamping Feet" dann um 10.30 Uhr kräftig abrockte. Um 15 Uhr dann das gleiche Schauspiel noch einmal für die Spätschicht. "Einfach super", schwärmte Pickerin Jacqueline die sonst in den vierstöckigen Lagertürmen die Waren zusammensucht. Und ihre Kollegin Kathrin sprang am Ende sogar auf die Bühne, um mitzutrommeln.

"Das soll alle etwas aufbauen für den harten Job", sagte Jüngling. "Und das haben die Kollegen sich auch verdient. Die machen wirklich richtig gute Arbeit. Da wollen wir auch einmal etwas zurückgeben." Nach 30 Minuten ging es dann zurück an die Arbeit - mit der klaren Losung Jünglings: "Jetzt rocken wir das Weihnachtsgeschäft!"

Gut zu tun habe man zwar schon jetzt, sagte Jüngling. Nächste Woche werde es aber noch mehr werden. Dann will er auch hinten in der Ecke alle 30 Plätze besetzen, wo echte Weihnachtspakete gepackt werden: Wie im klassischen Einzelhandel werden die Waren hier auf Wunsch in Geschenkpapier gehüllt. Derzeit sind die meisten dieser 30 Extraplätze noch leer. "Aber nächste Woche sind die alle besetzt", sagte Jüngling.

Die Vorweihnachtszeit ist bei Amazon die verkaufsstärkste des Jahres. Rund die Hälfte seines Jahresumsatzes macht der US-Versandriese in den Wochen vor dem Fest. Dafür hatte Amazon in Leipzig wieder 3000 Aushilfen an Bord geholt und die Belegschaft von 2000 auf fast 5000 Leute ausgestockt. Zusätzlich wird in der Adventszeit auch sonntags gearbeitet, unter der Woche gehen Früh- und Spätschicht jeweils eine Stunde länger. Dafür, so Jüngling, habe man aber auf eine Nachtschicht verzichten können.

Angst, dass Verdi ihm mit Streiks einen Strich durch die Rechnung machen könnte, hat Jüngling nicht. "Wir sind zuversichtlich, dass alle Pakete pünktlich rausgehen." Schließlich habe man ja auch alle bisherigen Streiks, die seit Mai laufen, ohne Beeinträchtigungen auf den Versand überstanden. "Der Großteil der Mitarbeiter zieht voll mit und will einfach ein gutes Weihnachtsgeschäft abliefern." Verdi will mit den Streiks bei Amazon einen Tarifvertrag durchsetzen - und hatte gedroht, gezielt das Weihnachtsgeschäft zu stören. Größere Aktionen hat es aber in diesem Monat noch nicht gegeben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.12.2013

Frank Johannsen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr