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Wirtschaft Regional Ansiedlung von Bosch in Dresden in Gefahr
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Ansiedlung von Bosch in Dresden in Gefahr
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20:51 25.10.2018
Auf dem Gewerbepark nahe des Flughafens Dresden soll für rund eine Milliarde Euro die modernste Chipfabrik der Bosch-Gruppe entstehen. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

Es ist ein Milliarden-Projekt: In drei Jahren will der Bosch-Konzern in Dresden Halbleiterchips produzieren. Der Bau der Fabrik im Gewerbegebiet Rähnitz läuft bereits. Im April fand der erste Spatenstich statt. Doch jetzt ist die Ansiedlung offenbar in Gefahr.

Nach DNN-Informationen gibt es einen Widerspruch gegen eine Teilgenehmigung des Baus. Dabei geht es um immissionsschutzrechtliche Fragen. Eine Entscheidung darüber steht noch aus. Für das Unternehmen wird dies aber im Dresdner Rathaus offenbar als so großes Risiko eingeschätzt, dass die Fortsetzung der Bauarbeiten und die gesamte Standortentscheidung auf dem Spiel stehe.

Verwaltung will Veränderungssperre

Die Verwaltung will daher das Gewerbegebiet mit einem Bebauungsplan belegen und bis zu dessen Aufstellung eine Veränderungssperre verhängen. Damit soll Rechtssicherheit für Gewerbeansiedlungen geschaffen werden. Andere Nutzungen wie Einzelhandel, Beherbergungsbetriebe oder Wohnnutzungen, die die gewerbliche Nutzung einschränken könnten, sollen reglementiert werden.

Nähere Informationen aus der Stadt gab es dazu zunächst nicht. „Aufgrund der Komplexität der Materie und der Vielzahl an involvierten Akteuren in dem Verfahren können wir heute noch keine inhaltliche Aussage dazu treffen“, erklärte Rathaussprecher Kai Schulz am Donnerstag auf DNN-Anfrage.

Im Juni ragten die ersten Betontürme für Dresdens neueste Chip-Megafabrik längst aus dem Dresdner Boden. Trotzdem ließen es sich Dirk Hoheisel von der Bosch-Geschäftsführung, Bundes-Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) seinerzeit nicht nehmen, auch offiziell den Grundstein für die Milliarden-Investition zu legen.

700 Arbeitsplätze geplant

Die Fabrik soll etwa 700 neue Industriearbeitsplätze bringen. Die Investitionssumme liegt bei einer Milliarde Euro. Dort soll ab Ende 2021 auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafer) spezielle Elektronik für Automobile und das Internet der Dinge entstehen. „Wir bauen hier die Fabrik der Zukunft, die die Industrie 4.0 vorwegnimmt“, sagte Hoheisel bei der Grundsteinlegung.

Den Widerspruch im Genehmigungsverfahren betrachtet das Unternehmen mit Gelassenheit. „Wir bauen weiterhin und haben dafür grünes Licht von der Stadt“, erklärte Sven Kahn aus der Bosch-Pressestelle gegenüber DNN. Die Stadt habe den sofortigen Vollzug der Baugenehmigung angeordnet. Die Bauarbeiten liegen nach Kahns Worten im Zeitplan. Bis zum Winter soll das künftige Fabrikgebäude wetterfest sein. Dann beginne der Innenausbau. Im kommenden Jahr würden die ersten Maschinen angeliefert.

Der Dresdner Stadtrat soll am kommenden Donnerstag im Eilverfahren einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen und eine Veränderungssperre beschließen. Beide Punkte hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kurzfristig zusätzlich auf die Tagesordnung der turnusmäßigen Sitzung gesetzt.

Von Ingolf Pleil

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