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22:07 12.04.2018
Firmenchef Daniel Gollmann in der neuen Werkhalle, die täglich ein Apotheken-Automat verlässt. Quelle: Martin Pelzl
Halle

Einer der größten halleschen Mittelständler hat am Donnerstag sein neues Betriebsgelände im Westen der Saalestadt eingeweiht. Die Gollmann Kommissioniersysteme GmbH baut seit zwölf Jahren Apotheken-Automaten – und ist in diesem Segment mittlerweile „weltweit der letzte inhabergeführte Hersteller“, wie Unternehmenschef Daniel Gollmann (39) erklärte. Seine Firma platzte zuletzt aus allen Nähten, verließ den geschichtsträchtigen sowie 3500 Quadratmeter großen Standort am Handwerkerhof in der Nähe des Hauptbahnhofs und bezog in Rekordzeit die neuen Hallen mit gut 13 000 Quadratmetern.

„Der Umzug ist nicht nur ein Bekenntnis zum Standort Halle und zu Sachsen-Anhalt“, sagte der Hallenser, der in Merseburg Mechatronik studierte und an der HHL in Leipzig einen betriebswirtschaftlichen Abschluss machte. Er sehe sich als Mitteldeutscher. Nach dem „romantisch anmutenden Start in einer Garage mit weniger als 40 Quadratmetern“ startete Gollmann fast noch schneller durch als er vor knapp 20 Jahren als Basketballer bei den Uni- riesen vom USC Leipzig in der 2. Regionalliga übers Parkett fegte.

Über 1100 Automaten haben mittlerweile die Saalestadt in 15 Länder auf drei Kontinenten verlassen. Aktuell kommt täglich einer dazu. „Die Umsatzwachstumsraten in den letzten sieben Jahren bewegen sich um die 30 Prozent“, berichtete Gollmann. In diesem Jahr peile man einen Umsatz von 30 Millionen Euro an – nach 20 Millionen Euro im Vorjahr. Die Automaten der neuesten Generation GO.compact (Kosten: 100 000 Euro) wiegen etwa 2000 Kilogramm, sind im Inneren drei Meter pro Sekunde schnell und haben bis zu 12 000 Lagerplätze für Medikamente. Ohne menschliches Zutun werden deren Haltbarkeit überwacht und die Neubestellungen ausgelöst. „Wir sprechen von einem Kollegen des Apothekers“, umschrieb es der verheiratete Vater zweier Kinder. Vorteil der Automaten, die von ihren Besitzern oft einen Namen bekommen: Es ist egal, ob das Gerät im Keller unterm Verkaufsraum, im Stockwerk drüber oder als „zentrales Möbelstück“ mitten im Verkaufsraum installiert wird.

Die Belegschaft, von der ein Teil aus Sachsen kommt, hat mittlerweile die 200-Mitarbeiter-Marke übertroffen, neun Sprachen beherrschen seine Angestellten. Weitere Einstellungen sind unumgänglich. Problematisch ist es für den Jungunternehmer eher, qualifiziertes Personal zu finden. Mittlerweile bietet er per Steckbrief 1000 Euro Belohnung für die Vermittlung eines neuen Mitarbeiters.

So verwundert es nicht, dass Landesvater Reiner Haseloff (CDU) es sich nicht nehmen ließ, bei der feierlichen Eröffnung mit von der Partie zu sein. „Die Firma zeichnet eine einzigartige Dynamik aus“, sagte der sachsen-anhaltische Ministerpräsident. Haseloff versprach augenzwinkernd wiederzukommen, wenn der 400. Mitarbeiter seinen Arbeitsvertrag unterschrieben hat. „Das wird sicher eher passieren als die für uns so wichtige Fertigstellung der A 143“, frotzelte Gollmann zurück.

Von Martin Pelzl

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