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Wirtschaft Regional Ausgeträumt: Direktverbindung Leipzig - New York endgültig vom Tisch
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15:45 09.10.2017
Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig/Karatschi

Mit großem Aufwand hatte Pakistan International Airlines (PIA) vor knapp einem Jahr die Pläne in Schkeuditz verkündet: Von Leipzig/Halle aus wollte die Airline Direktflüge nach New York anbieten. Der aus Deutschland stammende damalige Airline-Chef Bernd Hildenbrand war persönlich nach Schkeuditz gekommen, um die Pläne zu verkünden.

Der Rückzug kam jetzt eher kleinlaut: Im pakistanischen Nachrichten-Portal Geo News erklärte die Airline, die USA ganz aus dem Programm zu nehmen. Ab 1. November solle es gar keine PIA-Flüge dorthin mehr geben. Damit haben sich auch alle Pläne erledigt, von Leipzig nach New York zu fliegen.

Leipzig sollte Manchester als Zwischenstopp ersetzen

Denn Leipzig war nur als Zwischenstopp geplant. Auf der Strecke Karatschi–New York wollte PIA in Schkeuditz zwischenlanden – und hier auch Passagiere an Bord nehmen. Damit hätte der sächsische Airport erstmals seit Jahren wieder eine echte Interkontinental-Verbindung erhalten.

Bisher nutzten die Pakistaner für den Tankstopp nach New York den Flughafen Manchester. Um Kosten zu sparen, wollte PIA das nach Leipzig/Halle verlegen, wo weniger Gebühren anfallen. Schon im Frühjahr sollte es losgehen, hatte Hildenbrand in Schkeuditz verkündet. Zwei Flüge pro Woche sollte es geben.

Doch der Start der neuen Strecke verzögerte sich dann immer weiter. Erst fehlten die Genehmigungen, dann, so hieß es am Flughafen, das Fluggerät. Hildenbrand selbst wurde im April als PIA-Chef entlassen – wegen Korruptionsvorwürfen.

Hohe Verluste zwingen PIA zum Rückzug

Den Komplett-Rückzug aus dem US-Geschäft begründete PIA jetzt mit den anhaltenden Verlusten auf der Strecke. Bis zu 1,25 Milliarden Rupien Verlust – umgerechnet 10 Millionen Euro – fliege PIA pro Jahr auf der Strecke ein. Deshalb wurde nun Notbremse gezogen.

Statt selbst nach Amerika zu fliegen, will PIA nun mit American Airlines zusamenarbeiten. PIA selbst fliegt ab November nur noch bis London, dort wechseln die Passagiere in Flieger des Partners, der die Strecke unter PIA-Flugnummer anbietet. Der Zwischenstopp in Manchester ist damit Geschichte – und auch ein Umzug nach Sachsen.

Der Flughafen wurde von der Meldung überrascht. Der Airport sei von PIA bisher nicht informiert worden, sagte am Montag eine Sprecherin. Noch vor sechs Wochen hatte sich Flughafen-Chef Johannes Jähn gegenüber der LVZ zuversichtlich gezeigt, dass die New-York-Strecke doch noch kommt.

Weiter unklar ist die Zukunft der PIA-Maschine, die in Schkeuditz auf dem Rollfeld steht. Die hatte Hildenbrand im vergangene Dezember zur Präsentation mitgebracht. Was aus der Maschine wird, ist seither offen.

Von Frank Johannsen

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