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09:21 08.03.2018
Autos waren im Vorjahr Sachsens wichtigstes Exportgut – sehr zur Freude von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Quelle: dpa
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Kamenz

Sachsens Unternehmen haben im vergangenen Jahr so viel exportiert wie noch nie. Erstmals seit Gründung des Freistaats 1991 wurde der Wert von 40 Milliarden Euro übertroffen. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz gestern mitteilte, wurden insgesamt Waren im Wert von 41,4 Milliarden Euro ausgeführt. Das waren 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Treiber war vor allem die Autoindustrie, die sogar um 17 Prozent zulegte. Der Wert der von VW, BMW und Porsche aus Leipzig, Zwickau und Dresden exportierten Autos kletterte auf 15,3 Milliarden Euro. Mehr als ein Drittel der gesamten Ausfuhren des Freistaats – 37 Prozent – entfällt inzwischen auf Kraftfahrzeuge. Auf Platz zwei folgten elektrotechnische Erzeugnisse, von denen Waren im Wert von 4,6 Milliarden Euro ausgeführt wurden, 14 Prozent mehr als 2016.

Porsche treibt China-Export

Wichtigster Auslandsmarkt für Produkte aus Sachsen war erneut China: Waren im Wert von knapp sechs Milliarden Euro gingen in das Reich der Mitte, 500 Millionen oder neun Prozent mehr als 2016. Fast ein Sechstel der gesamten sächsischen Exporte gehen damit allein nach China. Fast die Hälfte davon entfiele allein auf Autos. Das ist vor allem dem Leipziger Porsche-Werk zu verdanken, für das das Land seit Jahren wichtigster Absatzmarkt ist: Mehr als jeder dritte in Leipzig gebaute Porsche ging 2017 nach China.

Zweitwichtigster Absatzmarkt für Waren aus Sachsen waren wie im Vorjahr die USA mit 4,2 Milliarden Euro, 17 Prozent mehr als 2016. Das Gros der sächsischen Produkte bleibt aber in Europa: Alle europäischen Länder zusammen kommen auf 58 Prozent, angeführt von Großbritannien (2,7 Milliarden Euro), Frankreich (2,5 Milliarden), Tschechien (2,1 Milliarden) und Polen (2,0).

Delle von 2016 ausgeglichen

Mit dem Zuwachs wurde der leichte Rückgang des Vorjahres mehr als wettgemacht: 2016 waren die Ausfuhren nach zwei Rekordjahren zurückgegangen – um vier Prozent. Das wurde nun mehr als ausgeglichen. Mit dem jetzt verbuchten Wachstum liegen die Exporte nun wieder acht Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2015. Schuld am Rückgang 2016 waren Einbußen bei den beiden wichtigsten Exportländern China und USA. Während das Minus im Chinageschäft von damals zwei Prozent nun mehr als ausgeglichen wurde, konnte das Geschäft mit den USA noch nicht wieder ganz aufholen: 2016 hatte das Minus dort satte 23 Prozent betragen. Trotz des nun erzielten Zuwachses liegt der US-Export immer noch zehn Prozent unter dem Niveau von 2015.

USA liefern mehr nach Sachsen

Ebenfalls einen neuen Rekord gab es bei den Einfuhren: Die stiegen um elf Prozent auf 24,2 Milliarden Euro. Mit Abstand die meisten Waren kamen dabei wie in den Vorjahren aus Tschechien. Mit 4,7 Milliarden Euro entfiel fast ein Fünftel des Imports auf das Nachbarland. Auf Platz 2 folgen ebenfalls unverändert Polen mit 2,1 Milliarden Euro. Dahinter folgte bereits die beiden wichtigsten Lieferstaaten außerhalb Europas. Und die tauschten überraschend die Plätze: Die USA steigerten ihre Lieferungen nach Sachsen um satte 45 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro. Damit schoben sie sich knapp vor den langjährigen Nicht-EU-Spitzenreiter China, der um vier Prozent auf 1,5 Milliarden zulegte. Damit landete China am Ende genau 30 Millionen Euro hinter den USA.

Von Frank Johannsen

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