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Baywa will Leipziger Ökostrom-Vermarkter Clens aus Insolvenz retten

Vertragsunterzeichnung am Freitag Baywa will Leipziger Ökostrom-Vermarkter Clens aus Insolvenz retten

So schnell kann ein Insolvenzverwalter selten Erfolg melden: Keine drei Wochen nach der Pleite gibt es für den Leipziger Grünstrom-Vermarkter Clean Energy Sourcing (kurz: Clens) schon einen Retter: Der Agrarhandelskonzern Baywa will die Firma übernehmen – und alle Jobs erhalten.

Blick in den Handelsraum von Clean Energy Sourcing in der Leipziger Katharinenstraße.
 

Quelle: Clens

Leipzig.  Unterschrieben ist zwar noch nichts. Aber: Baywa stehe derzeit in aussichtsreichen Verhandlungen mit der Insolvenz­verwaltung, bestätigte das Münchner Unternehmen auf Anfrage. Dem Vernehmen nach soll es schon am Freitag zur Vertragsunterzeichung kommen.

Konkret bestätigen wollten diesen Termin am Mittwoch weder Baywa noch der Clens-Insolvenzverwalter Philipp Hackländer. Die Verhandlungen liefen noch, hieß es von beiden Seiten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen eine gemeinsame und für alle vorteilhafte Lösung mit der Insolvenzverwaltung finden werden“, Jens Eberlein, Chef der Baywa-Tochter Baywa Renewable Energy, die die Übernahme stemmen soll. Ziel sei es, alle 65 Mitarbeiter an den Standorten Leipzig und Frankfurt/Main sowie die gesamte IT-Infrastruktur zu übernehmen.

„Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden wollen wir kurzfristig einen reibungslosen Übergang sicherstellen, sodass die Kunden und Lieferanten von Clens nach Vollzug der Transaktion von unserem zuverlässigen Service profitieren werden“, erklärte Eberlein.

Grund für die Eile: Wegen der Insolvenz drohen dem Leipziger Unternehmen, das vor allem als Direktvermarkter von Ökostrom aktiv ist, sowohl die Lieferanten als auch die Kunden abzuspringen. Beim Bundeskartellamt wurde die Übernahme durch Baywa bereits am Dienstag angemeldet, zusätzlich muss aber auch die EU-Wettbewerbsbehörde zustimmen. Damit wird dem Vernehmen nach nicht vor Januar gerechnet.

Mutterkonzern Innowatio aus Italien reißt Tochter mit in die Pleite

Clens war Mitte November von der italienischen Konzernmutter Innowatio mit in die Pleite gerissen worden. Eine Woche, nachdem Innowatio auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Bergamo die eigene Liquidation beschlossen hatte, musste in Leipzig auch die Tochter Insolvenz anmelden. Die Schieflage der Mutter habe am Ende auf die Tochter durchgeschlagen, hieß es. Mit dem eigenen operativen Geschäft habe das nichts zu tun, betonte die Firma.

Baywa will den Zukauf nun nutzen, um das eigene Strom- und Direktvermarktungsgeschäft auszubauen und die Wertschöpfung im Energiehandelsbereich zu erweitern. Denn mit 500 Millionen Euro Jahresumsatz gehört Clens hier mit seinen nur 65 Mitarbeitern zu den Umsatzriesen. Über die Tochter Baywa Renewable Energy ist Baywa ebenfalls als Händler und Direktvermarkter von Ökostrom aktiv, kommt mit 1000 Mitarbeitern nur auf doppelt so viel Umsatz wie die Leipziger: 946 Millionen Euro.

Clens wurde 2008 als Tochter des Solarriesen Q-Cells in Bitterfeld gegründet. Anfang 2011 nabelte es sich von der Mutter ab, die später in die Insolvenz schlitterte. Im August 2015 stieg dann Innowatio aus Italien in Leipzig ein, übernahm Clens im Januar 2016 schließlich komplett.

Von Frank Johannsen

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