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22:00 26.08.2018
Eine DHL-Maschine am Flughafen Leipzig/Halle Quelle: dpa
Schkeuditz

Das boomende Frachtgeschäft sorgt für Zuwachs am Flughafen Leipzig/Halle: Der Logistikriese DHL stockt jetzt seine Flotte an seinem Schkeuditzer Frachtdrehkreuz auf: Der erste von fünf Airbus A330, die DHL gebraucht in Abu Dhabi gekauft hat, ist gerade in Schkeuditz eingetroffen. Sie sollen die Flotte der hiesigen DHL-Tochter European Air Transport (EAT), die bisher 32 Maschinen am Start hat, ergänzen.

Weiterer Zuwachs könnte bald von Boeing kommen. Dort hat DHL sogar 14 nagelneue Boeing 777 bestellt – nicht nur für Schkeuditz, sondern für alle Basen weltweit. Zumindest ein Teil davon dürfte in Sachsen landen, sind sich Beobachter sicher.

Panne beim Erstflug aus Abu Dhabi

Die fünf Airbusse hat DHL dagegen gebraucht gekauft. Die erste Maschinen ist bereits vor knapp zwei Wochen in Schkeuditz eingetroffen. Der Jungfernflug aus Abu Dhabi endete mit einer kleinen Panne: Am 14. August um punkt 13.30 Uhr (40 Minuten früher als geplant) hatte der erste frisch umlackierte Airbus A330 aus den Emiraten in Schkeuditz aufgesetzt – mit weit geöffneten Hauptfahrwerkstüren. Der Pilot brachte die Maschine trotzdem sicher zu Boden.

Ein Video auf Youtube zeigt, wie danach die Flughafenfeuerwehr anrückte – nicht, um die Maschine mit der traditionellen Dusche zum Erstflug zu begrüßen, sondern um das Auslaufen von Hydrauliköl zu verhindern. Berichten zufolge soll die Maschine künftig unter anderem nach New York pendeln.

Es war die erste von fünf Maschinen, die DHL von Etihad Airways gekauft hat. Die anderen vier dürften bald folgen. Die Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte die Flieger im Januar ausgemustert – nicht wegen des Alters, sondern, weil sich Etihad aus dem Frachtgeschäft verabschiedet. Der bereits in Schkeuditz gelandete Airbus ist erst vier Jahre alt, die älteste der fünf Maschinen acht. Die jüngste werde erst 2017 angeschafft.

Flotte wächst schneller als gedacht

Ein halbes Jahr lang standen sie in Abu Dhabi herum, bevor DHL zugriff. Ein DHL-Sprecher bestätigte dem US-Portal Aircargonews den Kauf. Die Anschaffung sei Teil des normalen Flotten-Ersatz- und -Ausbauprogramms. Wo die Maschinen stationiert werden, wollte er nicht verraten. Medienbericht zufolge gehen aber alle fünf A330 an die Schkeuditzer Tochter EAT. DHL wollte das auf LVZ-Anfrage nicht bestätigen. Ein Sprecher verwies nur auf die Pressekonferenz zu zehn Jahre DHL-Hub am Mittwoch.

Durch den Kauf wächst die A330-Flotte in Schkeuditz deutlich schneller als geplant. Bisher setzt die DHL-Tochter EAT vor allem auf die kleineren Typen Airbus A300 und Boeing 757. Eine erste A330 war aber bereits im Dezember ausgeliefert worden – als erste von acht Maschinen, die DHL bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden umbauen lässt. Die zweite ist dort gerade in Arbeit.

Boeing-Bestellung kostet vier Milliarden Euro

Weiterer Zuwachs könnte demnächst von Boeing kommen: Auf der Luftfahrtschau im englischen Farnborough hat DHL im Juli 14 Boeing 777 bestellt – für vier Milliarden Euro. „Der Kauf erfolgt im Rahmen der schrittweisen Erneuerung unserer Interkontinentalflotte“, sagte DHL-Express-Chef Ken Allen. Im Gegenzug wolle man andere Maschinen stillegen, die Kapazität steige also nicht. Wie viele Maschinen davon in Schkeuditz landen, wollte DHL noch nicht verraten.

Im Schnitt landen bisher pro Nacht 65 DHL-Flieger in Leipzig/Halle. Die Hälfte davon stellt die örtliche Tochter EAT, die andere Hälfte kommt von anderen DHL-Drehkreuzen. Damit noch mehr Frachtmaschinen in Leipzig/Halle abgefertigt werden können, hat die Deutsche Flugsicherung gerade ein neues Anflugverfahren eingeführt. Dadurch können in Spitzenzeiten drei Maschinen mehr pro Stunde landen – 31 statt 28. Zum Tragen kommen wird das erstmals im Dezember, wenn das Frachtgeschäft traditionell boomt.

Von Frank Johannsen und Roland Heinrich

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