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Wirtschaft Regional Demo gegen Braunkohle in der Leipziger City – Stopp von Dörfer-Umsiedlungen gefordert
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12:04 22.05.2014
Bagger vorm Braunkohlekraftwerk: Eine Initiative protestiert am Donnerstag in Leipzig gegen die Umsiedlungen ganzer Dörfer. Quelle: dpa
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Leipzig

Ein von Greenpeace, dem BUND und den Grünen unterstütztes Bündnis protestierte von 14.30 Uhr bis in die frühen Abendstunden. Die Initiatoren fordern einen Ausstieg aus der Braunkohle bis 2030, einen Stopp von Kraftwerks-Neubauten und ein Ende der Umsiedlungen ganzer Dörfer. Insgesamt nahmen rund 50 Demonstranten an der Kundgebung teil.

Magdeburg. Mit einem fünf Meter hohen luftgefüllten Schaufelrad haben Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace am Samstag in Magdeburg gegen den weiteren Braunkohletagebau in der Lausitz demonstriert. Durch geplante neue Tagebaue sei die Heimat tausender Menschen in Polen und Deutschland bedroht, sagte Mario Köppe von der Greenpeace-Gruppe Magdeburg.

Nach Angaben der Demo-Organisatoren wird derzeit geplant, rund 3500 Menschen in Sachsen und Brandenburg zum Umzug zu bewegen, um weitere Braunkohlevorkommen zu erschließen. So laufen derzeit in Pödelwitz bei Leipzig die Vorbereitungen, den Tagebau Vereinigtes Schleenhain auszuweiten und dafür die rund 130 Bewohner des Dorfs umzusiedeln. Bislang will jedoch lediglich ein Drittel der Bürger freiwillig in das 3,6 Hektar große Neubaugebiet im Nachbarort Groitzsch umziehen.

„Ganze Kulturlandschaften sterben“

Als „reinen Wahnsinn“ bezeichnet Jürgen Kasek, Vorstandssprecher der Leipziger Grünen und Vorsitzender des BUND Leipzig, die Zwangsumsiedlungen. Er unterstützt den Protest ebenso wie die Grünen-Fraktion im Landtag. „Ganze Kulturlandschaften sterben und in der Umgebung drohen durch Erdrutsche weitere Schäden“, kritisiert Kasek und verweist auf die dauerhafte Zerstörung von Umwelt und Natur.

Eingeladen zum Treffen im Gewandhaus hat der Bundesverband Braunkohle (DEBRIV), in dem zwölf Braunkohle- und Energieunternehmen organisiert sind. Dazu zählen RWE und Vattenfall ebenso wie die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) oder die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Morlok hält Festvortrag – Demo-Bündnis unterstellt ihm „dreiste Lüge“

Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) hält den Festvortrag zum Thema „Perspektiven der Deutschen Braunkohleindustrie“. Quelle: André Kempner

Als Festredner im Mendelssohnsaal trat ab 15 Uhr Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) auf. Er sprach zum Thema „Perspektiven der Deutschen Braunkohleindustrie“. „Die Industrie und die mittelständischen Betriebe sind auf bezahlbaren und sicheren Strom angewiesen. Die Braunkohle als heimischer und subventionsfreier Energieträger ist auf absehbare Zeit unverzichtbar im Energiemix, vor allem zur Sicherung der Grundlast“, so Morlok in seiner Rede.

Dem Minister und den Braunkohleunternehmen werfen die Demo-Initiatoren eine „dreiste Lüge“ vor, da sie die Kohle als notwendigen Partner bei der Energiewende sehen. „Die Wahrheit ist, dass Deutschland und Europa im Klimaschutz versagen werden, wenn weiter ungebremst Braunkohle verbrannt wird“, kritisiert Felix May von Greenpeace Leipzig. Durch die Verwendung von Braunkohle steige der CO2-Ausstoß erheblich. Damit sei Deutschland „auf dem besten Weg seine internationale Glaubwürdigkeit in der Energie- und Klimapolitik zu verlieren“, hieß es im Demoaufruf.

Rund 50 Demonstranten verkünden ihre Botschaft

Während einer Versammlungspause am späten Nachmittag konnten die Demonstranten ihre Forderungen direkt gegenüber den Braunkohle-Lobyisten äußern. "Mehrere kleine Gruppen diskutieren noch über ihre Standpunkte", so Felix May. "Wir haben auch eine Einladung ausgesprochen, uns zu erklären, wie Klimaschutz und Braunkohle zusammenpassen sollen. Bis jetzt hat sich dafür aber noch niemand gefunden."

Am Abend werden die Lobby-Vertreter zum Bankett im Gondwanaland-Restaurant des Leipziger Zoos erwartet. Beendet wird die zweitägige Konferenz am Freitag mit einer Exkursion in das Kraftwerk Lippendorf, den Tagebau Vereinigtes Schleenhain und an das Kap Zwenkau.

nöß

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