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15:32 06.11.2015
Eine Fachjury prüfte am Freitag Dresdner Stollen. Quelle: dpa
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Dresden

Lydia Heidig biss am Vormittag genüsslich in eine Scheibe Stollen. Anschließend hielt sie eine Wertungstafel mit der Aufschrift „4.8“ in die Luft. Das diesjährige Stollenmädchen befand sich dabei inmitten einer fünfköpfigen Fachjury des Schutzverbandes Dresdner Stollen und nahm an der öffentlichen Stollenprüfung teil.

Bevor eine Bäckerei den beliebten Weihnachtskuchen offiziell als „Dresdner Christstollen“ bezeichnen kann, bedarf es nämlich einer Prüfung durch den Verband. Am Freitag wurde eine solche Prüfung öffentlich in der Altmarktgalerie durchgeführt. Zu Beginn der Veranstaltung tummelten sich knapp 100 Schaulustige um den Prüfungstisch. Sie beobachteten, wie der erste Stollen unter der Moderation von Rene Groh, Geschäftsführer des Stollenschutzverbandes, sorgsam überprüft wurde.

Aussehen, Beschaffenheit, Geruch und Geschmack

Insgesamt bewertet die Fachjury am Freitag 60 Stollen von Bäckern aus dem Raum Dresden – keine leichte Aufgabe: „Wir werden die Jurymitglieder zwischenzeitlich auch austauschen. Zwischen den Stollen neutralisieren die Prüfer den Geschmack mit Tee“, erklärt Ralf Ullrich, Vorstandsmitglied des Stollenschutzverbandes. Neben Lydia Heidig als Stollenmädchen, durfte auch das offizielle Aschenbrödel, Linda Drescher, einen Platz in der Jury einnehmen. Die Wertungen der beiden Schönheiten hatten aber nur symbolische Bedeutung und gingen nicht ins Urteil der Jury ein.

In diesem Herbst werden die Stollen von etwa 130 Bäckereien und Konditoreien geprüft. „Dabei werden in den Kategorien Aussehen, innere Beschaffenheit, Geruch und Geschmack pro Jurymitglied insgesamt 20 Punkte verteilt und anschließend ein Durchschnitt errechnet“, so Ullrich. Die Kategorie Geschmack geht dabei besonders stark in die Wertung ein. Stollen ab einer Wertung von 16 Punkten erhalten das Siegel. Bereits seit Montag wird an der Akademie des Bäckerhandwerkes fleißig getestet.

Geografische Herkunftsbezeichnung

An insgesamt 17 Prüfterminen werden in diesem Jahr Stollen der circa 130 herstellenden Betriebe unter die Lupe genommen. „Wer bis zu 10.000 Stollen produziert wird einmal geprüft, wer darüber liegt, mehrfach“, erklärt Ullrich. Die Durchfallquote ist dabei verschwindend gering. „Wenn ein Qualitätsmangel festgestellt wird, darf der Betrieb sich einer erneuten Prüfung unterziehen. Unser Anspruch ist es, Mängel abzustellen und qualitativ hochwertige Produkte anzubieten“, so Ullrich weiter.

Durch das Siegel des Schutzverbandes bekommt der Stollen auch automatisch die von der EU geschützte geografische Herkunftsbezeichnung (GGA).

Von Sebastian Burkhardt

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