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Energiewende: Universität Leipzig warnt vor sozialen Verwerfungen

Energiewende: Universität Leipzig warnt vor sozialen Verwerfungen

Die Energiewende kann in der Bundesrepublik die Gesellschaft spalten und zu sozialen Verwerfungen führen. Das sagte gestern Oliver Rottmann vom Kompetenzzentrum öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig.

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Zahlen sozial Schwächere die Zeche der Energiewende?

Quelle: dpa

Rottmann legte die Ergebnisse einer Studie zum Energiemarkt vor.

Der nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft und die damit einhergehende rasante Zunahme der Fotovoltaik verändern den Energiemarkt enorm. Wer Sonnen- oder Windkraft einspeist, bekommt für20 Jahre eine feste Vergütung garantiert. Das zahlen die Verbraucher über die Öko-Stromumlage. Diese wurde zu Beginn des Jahres kräftig angehoben. Dadurch haben die Strompreise erheblich angezogen. "Wenn nicht gegengesteuert wird, werden die Entwicklungen der Energiewende die Gesellschaft spalten in wohlhabende, die Energiewende aktiv mitgestaltende Bürger und in einkommensschwächere Menschen, die unter steigenden Energiepreisen leiden", sagte Rottmann voraus. Energieintensive Unternehmen erhalten Rabatte bei der Ökostrom-Umlage. Eigenheimbesitzer können sich Solaranlagen aufs Dach bauen lassen. Mieter können das nicht. Aber das hat nach Einschätzung des Unio-Wissenschaftlers Risiken und Nebenwirkungen. Wohlhabende Bevölkerungsgruppen gingen teilweise zur Selbstversorgung über und klinkten sich so aus den Gemeinkosten der Energieversorgung aus. Finanziell schwache Bürger hätten diese Möglichkeit nicht und litten damit unter steigenden Energiepreisen. Rottmann: "Sie schultern einen Großteil der finanziellen Last einer funktionierenden Energieversorgung." Strom müsse aber bezahlbar bleiben. Folglich muss nach Rottmanns Ansicht die Politik über Sozialtarife nachdenken.

Weiteres Ergebnis der Studie zur Entwicklung des Energiemarktes, die das Kompetenzzentrum gemeinsam mit der Berliner Strategieberatungsfirma SNCP erstellt hat: Die Industrie wandert nicht etwa von Süd nach Nord wegen günstiger Windstrompreise ab. "Wenn Unternehmen Standorte verlagern, dann eher ins Ausland und aus anderen Gründen als den Energiepreisen", heißt es. Dagegen hatten Sachs-ens Industrie- und Handelskammern kürzlich aus den Ergebnissen einer Umfrage berichtet, dass jede zehnte Firma an eine Produktionsverlagerung ins Ausland denke. Ein weiterer Anstieg der Strompreise stelle ein "unkalkulierbares Risiko für den Wirtschafts- und Investitionsstandort Sachsen" dar, hatte Leipzigs Kammerchef Thomas Hofmann betont.

Und: Die Verbraucher werden sich laut Studie zwar immer energiebewusster verhalten. Die dadurch gewonnene Einsparung werde jedoch durch vermehrte Nutzung von Elektrogeräten überkompensiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2013

Ulrich Milde

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