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21:48 16.10.2017
Porsche in Leipzig baut künftig die Karosserien für den neuen Bentley Continental, hier bei der Premiere auf der IAA in Frankfurt. Quelle: Bentley
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Leipzig/Crewe

Im Leipziger Porsche-Werk wird jetzt auch am neuen Bentley Continental gewerkelt. Im Karosseriebau ist die Probeproduktion für das Modell aus England angelaufen, bestätigte Werkssprecherin Julia Pirlich auf LVZ-Anfrage. „Die läuft seit wenigen Wochen.“ Noch sind es aber nur Probekarosserien, um die Abläuft zu testen und zu optimieren. Wann die Serienproduktion losgeht, wollte Porsche noch nicht verraten. Dem Vernehmen nach könnte es schon im November losgehen.

Das Leipziger Porsche-Werk wird damit erstmals für eine andere Marke des VW-Konzerns tätig. Die Blechkleider für die englische Nobelkarosse werden auf denselben Anlagen zusammengeschweißt, auf denen bereits seit einem Jahr der Panamera entsteht. 475 Roboter und rund 200 Mitarbeiter pro Schicht fertigen dort die Karossen. Die Blechteile liefert VW aus Bratislava, die fertigen Karosserien gehen dann per Zug nach England – und zwar unlackiert. Denn Lackierung und Endmontage erfolgen weiter im Bentley-Stammwerk in Crewe.

Verkaufsstart im Frühjahr 2018

Aus den jetzt produzierten Probekarosserien werden zwar noch keine Serienfahrzeuge. Nach Crewe schickt Porsche sie trotzdem. Bentley nutzt sie unter anderem, um schon einmal die Vorserie des neuen Modells hochzufahren. Verkaufsstart für den neuen Continental soll im Frühjahr 2018 sein. Mindestens 200. 000 Euro wird das Auto kosten. Premiere hatte das Modell im September auf der IAA.

Es ist die dritte Generation des Erfolgsmodells. Und Porsche Leipzig hatte im vergangenen Jahr den Zuschlag erhalten, die Karosserien zu liefern – und zwar als alleiniger Standort. Möglich macht das der neue Panamera-Karosseriebau, den Porsche im vergangen Jahr eröffnet hatte. 500 Millionen Euro hatte Porsche sich den Ausbau des Werks kosten lassen.

„Der neue Karosseriebau ermöglicht es, neben dem Panamera und Panamera Sport Turismo auch Bentley-Karosserien aufzusetzen“, erläuterte Pirlich. Denn der Bentley Continental steht auf derselben Bodengruppe wie der Panamera. Dieser sogenannte Modulare Standard-Baukasten (MSB), wie es VW-intern heißt, ermöglicht es nun, auch Modelle verschiedener Konzernmarken auf demselben Band zu bauen. „Damit werden Synergien genutzt“, so Pirlich.

Produktion von Zwickau nach Leipzig verlegt

Pro Jahr konnten in Leipzig rund 6000 Continental-Karosserien entstehen. Genaue Stückzahlen nenne zwar weder Porsche noch Bentley. Im bisher besten Jahr 2015 verkaufte Bentley aber insgesamt 6213 Exemplare seines Erfolgsmodells. In den Jahren davon waren es ebenfalls jeweils mehr als 5000.

Für Porsche Leipzig soll der Auftrag erst der Anfang sein. „Es werden weitere Fahrzeuge folgen“, hatte Porsche-Chef Oliver Blume schon im März gegenüber der LVZ angekündigt. Konkret abzusehen sei derzeit aber nichts, hieß es am Montag im Werk.

Aus Sachsen kamen die Karosserien für den Bentley Continental auch schon bisher: Den Auftrag hatte VW an das Werk in Zwickau vergeben, wo die Karossen zusammen mit denen des inzwischen eingestellten Phaeton gebaut wurden. Zweiweise wurde der Bentley sogar zusammen mit dem Phaeton  in Dresden endmontiert, um die Gläserne Manufaktur dort besser auszulasten.

Künftig entstehen in Zwickau stattdessen die Blechkleider für den Lamborghini Urus. Das erste SUV der italienischen VW-Tochter soll ebenfalls 2018 auf den Markt kommen. Die Endmontage erfolgt im italienischen Lamborghini-Stammwerk in Sant’Agata Bolognese bei Bo­logna.

Frank Johannsen

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