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Entscheidung über ILA-Standort erneut aufgeschoben

Entscheidung über ILA-Standort erneut aufgeschoben

Die Entscheidung über den künftigen Standort der größten deutschen Luftfahrtmesse ILA gestaltet sich schwieriger als gedacht. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Veranstalter legte sich am Montag überraschend nicht auf einen der Bewerber Leipzig/Halle und Berlin/Brandenburg fest.

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Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Berlin. Beide sollen ihr Konzept noch schriftlich präzisieren, wie der BDLI mitteilte. Die Entscheidung soll aber noch vor der diesjährigen ILA fallen, die am 8. Juni auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld beginnt.

Die Veranstalter nannten die Konzepte beider Regionen innovativ und interessant. Zu einigen Details seien aber noch Ergänzungen nötig, sagte BDLI-Sprecher Christopher Bach. Ob es dabei auch um Geld gehe, wollte er nicht sagen. Thema in der gut fünfstündigen Sitzung war nach seinen Worten auch die mögliche spätere Eröffnung des neuen Großflughafens in Schönefeld. BDLI-Präsident Thomas Enders selbst wollte sich auf Anfrage nach der Sitzung nicht äußern. Ursprünglich hatte der Verband die Entscheidung für Montag angekündigt.

Seit 1992 wird die ILA auf dem Gelände des alten Flughafens Schönefeld veranstaltet. Dort ist aber künftig mit der Eröffnung des Hauptstadtflughafens kein Platz mehr. Der BDLI hatte daher auch Standorte an anderen deutschen Flughäfen geprüft. Schon am 10. Mai hatte der Verband seine Entscheidung vertagen müssen - damals hatte die Vulkanaschewolke aus Island die Anreise des Präsidiums verhindert.

Für Berlin und Brandenburg erläuterten am Montag der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) die Pläne für Selchow bei Schönefeld. „Ich denke, dass wir uns gut präsentiert haben“, sagte Wowereit. Nun seien die Veranstalter am Zug. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) warben ebenfalls für das Konzept des Flughafens Leipzig-Halle. Bach sagte, das Präsidium müsse nun nicht noch einmal zusammentreffen, um zu entscheiden.

Inwieweit die Probleme beim Flughafenneubau in Schönefeld zur Vertagung geführt haben könnten, wollte der Sprecher nicht sagen. Der für Oktober 2011 geplante Eröffnungstermin des rund 2,5 Milliarden Euro teuren Großflughafens ist ins Wackeln geraten. Die Flughafengesellschaft prüft gerade die Auswirkungen von Problemen auf den Zeitplan des Neubaus. Dabei geht es unter anderem um die Insolvenz eines der drei Generalunternehmer für die Planung.

Der Berliner Senat forderte am Montag von der Flughafengesellschaft Klarheit darüber, ob der künftige Hauptstadt- Airport noch am 30. Oktober 2011 in Betrieb gehen kann. Wowereit will sich an diesem Dienstag in der Landespressekonferenz dazu äußern. Er ist auch Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrats.

dpa

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