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„Erst auf den Teller, dann in den Tank“ - Leipziger Biosprithersteller will von E10 profitieren

„Erst auf den Teller, dann in den Tank“ - Leipziger Biosprithersteller will von E10 profitieren

Der Leipziger Biosprithersteller Verbio will vom umstrittenen E10-Kraftstoff profitieren und hofft auf ein Einlenken der Verbraucher. Welche Chancen sich ergeben und welche Schwierigkeiten es gibt, sagt Unternehmenschef Claus Sauter im Interview.

Frage:

Leipzig. Welche Chancen rechnet sich Verbio aus, von der Einführung des E10-Kraftstoffes zu profitieren? In welchen Größenordnungen wird Bioethanol für die Sprithersteller produziert?

Sauter:

„95 Prozent unserer Ethanol-Produktion gehen an die Mineralölgesellschaften, die das dem Kraftstoff beimischen.  Grundsätzlich erhoffen wir uns natürlich einen erhöhten Ethanol-Bedarf. Theoretisch müsste sich die Nachfrage verdoppeln. Tatsache aber ist im Moment, dass es hinten und vorne klemmt. Nach dem Benzingipfel müssen jetzt alle Seiten arbeiten, dass Aufklärung geleistet wird.“

Welche Auswirkungen hat die Verweigerung der Verbraucher auf die Produktion?

„Die Tanks mit E10 in den Raffinerien sind voll. Verbio hat die Produktion von Ethanol angepasst und kann flexibel auf Marktschwankungen reagieren. Unsere Produktpalette hilft, Situationen wie diese gegebenenfalls zu kompensieren. Ich meine aber, das Signal der Verbraucher ist bei den Mineralölgesellschaften angekommen. Sie  haben sich verrechnet. Wir sind zwar die Geiz-ist-geil-Gesellschaft. Aber in Deutschland nicht, wenn es ums Auto geht. Der Verbraucher muss mitgenommen werden. Deshalb soll jetzt direkt auch an den Tankstellen informiert werden, welche Autos den neuen Sprit vertragen und welche nicht.“

Aus welchen Quellen stammen die Rohstoffe, die Verbio verarbeitet? Was sagen Sie Kritikern, die meinen, es werden Nahrungsmittel für Sprit vernichtet?

„Wir folgen der Strategie „Erst auf den Teller, dann in den Tank“. Es werden von uns keine Nahrungsmittel für Sprit vernichtet. Ethanol stellen wir aus minderwertigem Getreide her. Etwa, wenn es durch die Witterung geschädigt oder von Pilzen befallen ist. Aus dem Zeug, das wir verarbeiten, kann man kein Brot backen. Meinen Bakterien ist das egal, wie das Getreide beschaffen ist. Außerdem nehmen wir in Zeiten von Überangeboten den Bauern ihre überzähligen Bestände ab. Biogas stellen wir ausschließlich aus landwirtschaftlichen Rest- und Abfallstoffen her. Wir können Biogas so aufbereiten, dass es Erdgasqualität hat.“

Gitta Keil, dpa

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