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Erster Interessent präsentiert Pläne – Standort in Paunsdorf auf der Kippe

IMO Leipzig Erster Interessent präsentiert Pläne – Standort in Paunsdorf auf der Kippe

Bei IMO Leipzig zeichnet sich eine Rettung ab – aber offenbar nicht für die Zentrale in Leipzig. Ein erster Interessent für den Pleite-Betrieb will offenbar weder den Namen noch die Zentrale in Leipzig fortführen und präsentierte jetzt seine Pläne.

An der Riesaer Straße im Osten Leipzigs weist ein Schriftzug quer über die viel befahrene Straße auf die Zentrale von IMO Leipzig hin.
 

Quelle: Frank Johannsen

Leipzig.  Die große Fertigungshalle in Paunsdorf war rappelvoll: Fast alle der noch knapp 200 Mitarbeiter von IMO Leipzig waren am Freitag zur Betriebsversammlung gekommen. „Die Belegschaft war fast komplett “, berichtete Insolvenzverwalter Nikolaus Schmidt aus Halle über die Versammlung, die er ganz bewusst auf den Freitag gelegt hatte – damit auch wirklich alle, die sonst bundesweit auf Montage unterwegs sind, kommen können.

Denn punkt 10 Uhr hatte sich der erste Interessent für den insolventen Traditionsbetrieb angekündigt, um seine Pläne zu skizzieren. Und die haben es offenbar in sich. Der Investor aus Westdeutschland wolle IMO zwar übernehmen – aber nicht als eigenständiges Unternehmen. Das berichten zumindest Teilnehmer. Nur die Montagemitarbeiter wolle er samt Arbeitsgerät und den laufenden Aufträgen in sein eigenes Unternehmen übernehmen, die Verwaltung in Leipzig dann schließen. Der Name IMO und der Standort in Paunsdorf wären damit Geschichte.

„Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart.“

Schmidt wollte das alles nicht bestätigen. Er bestätigte nur, dass einer der beiden Interessenten der Belegschaft gegenüber „seine Vision“ vorgestellt habe. Noch sei nichts entschieden. „Es gibt zwei Interessenten, und bisher hat noch keiner der beiden den Zuschlag“, beteuert Schmidt. „Das ist alles noch im Fluss.“ Namen der beiden Interessenten wollte Schmidt nicht nennen – und auch keinerlei Details zu deren Plänen für die Zukunft des insolventen Betriebes. „Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart.“

Deutlich konkreter wurden die Betroffenen, die bei der Versammlung dabei waren: Der mögliche Investor habe angeboten, die gewerblichen Mitarbeiter, die bundesweit auf den Baustellen unterwegs sind, in seine Stammfirma im Westdeutschland zu übernehmen – allerdings zu den gleichen Löhnen wie bisher. „Ihr seid sowieso unterwegs, da spielt es keine Rolle, wo das Unternehmen seinen Sitz hat“, soll er laut Teilnehmern gesagt haben.

Lager und Arbeitsgeräte wolle er aus der IMO-Insolvenzmasse herauskaufen, die Verwaltung in Leipzig dann schließen. Allen technischen und kaufmännischen Mitarbeiter drohe der Jobverlust. Zumindest den Technikern habe er aber angeboten, sich bei einer seiner Ost-Niederlassungen zu bewerben, hieß es.

Verhandlungen mit einem weiteren Interessenten

Daneben verhandelt Schmidt nach eigenen Angaben noch mit einem weiteren Interessenten für den Betrieb. „Und der hat ganz andere Vorstellungen.“ Anfangs hatte es sogar sechs Interessenten gegeben. Davon hätten dann zwei eine schriftliche Interessenbekundung vorgelegt. Ob auch der zweite Interessent noch vor die Belegschaft treten werde, sei noch nicht abzusehen. „Ob er das in naher Zukunft machen wird, wird sich zeigen.“

Der auf die Montage großer Stahlbauten wie Brücken und Halle spezialisierte Betrieb laufe aber trotz Insolvenz unverändert weiter, betonte Schmidt. Nach dem Ende des Insolvenzgeldes erwirtschafte IMO die Löhne ab Oktober jetzt wieder selbst. Es sei gelungen, „einige neue Aufträge“ an Land zu ziehen. „Die laufen bis Ende November.“ Länger lasse sich in der Insolvenz schlicht nicht planen.

Das Wichtigste sei derzeit, die Belegschaft zusammenzuhalten, sagte Schmidt. „Das Geschäft steht und fällt mit den Arbeitnehmern.“ Berichte, die Mitarbeiter würden in Scharen zur Konkurrenz wechseln, wies er zurück. „Die Belegschaft hält dem Unternehmen bisher die Treue.“ Von den 228 Mitarbeitern, die bei der Insolvenz Ende Juli an Bord waren, seien noch knapp 200 dabei. „Und die werden überall mit Kusshand genommen.“

Der Betrieb von Ex-IHK-Chef Wolfgang Topf hatte Ende Juli Insolvenz angemeldet. Die Schuld gab Topf der deutschen Energiewende und den Russland-Sanktionen. Das habe erst den Kraftwerksbau und dann das als Ersatz geplante Russland-Geschäft zunichte gemacht. Laut den im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanzen wurde zuletzt 2013 ein Gewinn ausgewiesen – knapp 240 000 Euro. Ab 2014 gab es dann Jahr für Jahr Millionenverluste.

Von Frank Johannsen

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