Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Erster Moskau-Flieger von Germania hebt am Flughafen Leipzig/Halle ab

Erster Moskau-Flieger von Germania hebt am Flughafen Leipzig/Halle ab

Nach fast vier Jahren hat der Flughafen Leipzig/Halle seine Direktverbindung nach Moskau zurück. Gestern früh hob in Schkeuditz der erste Germania-Airbus in die russische Hauptstadt ab.

Voriger Artikel
Suche nach Fachkräften: Leipziger Wirtschaftsförderer verschickt 12.000 Briefe
Nächster Artikel
DHL will Drehkreuz Leipzig/Halle ausbauen - Neuer Rekord bei Frachtumschlag angekündigt

Der Airbus A319 von Germania nach der Landung in Schkeuditz.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Schkeuditz. Jeden Donnerstag und Sonntag wird sie künftig zwischen beiden Städten pendeln. Und die Flüge seien schon jetzt gut gebucht, hieß es bei der Airline. Schon in der ersten Maschine waren mehr als die Hälfte der knapp 150 Plätze besetzt.

So viel Wind wollte Germania eigentlich gar nicht machen. Die beiden Damen in russischen Trachten, die beim Erstflug aus Moskau das Band zum Zerschneiden halten sollten, hatten sichtlich Mühe, dass ihnen nicht die roten Häubchen vom Kopf wehten. Die sonst übliche feierliche Dusche des Flugzeugs durch die Flughafenfeuerwehr war gleich ganz ausgefallen: "Es ist einfach zu kalt", sagte ein Airport-Mitarbeiter. "Wäre ja unschön, wenn das Wasser am Flugzeug gefriert - und wir die Maschine enteisen müssten."

Immerhin konnte in Leipzig überhaupt geflogen werden, während in Norddeutschland wegen des Orkantiefs Xaver schon reihenweise Flüge ausfielen. Pünktlich auf die Minute um 15.25 setzte die Maschine aus Moskau in Schkeuditz auf. Der eigentliche Erstflug hatte zwar schon früh um 8.15 Uhr stattgefunden, als dieselbe Maschine nach Moskau aufgebrochen war. Die Feier hatte der Airport aber lieber auf den Nachmittag gelegt.

Gut gefüllt war der Airbus A319 in beide Richtungen: 75 Passagiere waren früh beim Hinflug an Bord, beim Rückflug dann sogar 80. Damit waren mehr als die Hälfte der knapp 150 Plätze besetzt. Und die meisten stiegen in Leipzig ein oder aus. Denn formal ist der Flug nur eine Zwischenlandung auf der Strecke Bremen-Moskau. Doch während früh nur 13 Passagiere aus Bremen an Bord waren, stiegen in Leipzig 62 zu. Und von den 80 Fluggästen am Nachmittag flogen nur 15 in die Hansestadt weiter.

"Das kann gern öfter so sein", sagte Flughafen-Chef Markus Kopp. "Dann ist Leipzig schnell wichtigster Standort für die Strecke - und nicht Bremen, wo die Maschine eigentlich stationiert ist." Die Buchungslage in Leipzig sei sehr gut, bestätigte Germania-Manager Paul Scodellaro. "Das zeigt deutlich, dass wir damit eine große Lücke schließen." Früheren Angaben zufolge peilt Germania auf der Strecke 30 000 Fluggäste pro Jahr an, was 96 Prozent Austastung entspräche.

Vom Erfolg überzeugt ist auch Daniel Burkhard, Entwicklungdirektor am Flughafen Moskau-Domodedovo. Beim Erstflug hatte es sich der gebürtige Münchner, seit 1999 in Moskau, nicht nehmen lassen, selbst mitzufliegen. "Ich bin mir sicher, dass die Passagierzahlen in die Höhe schnellen", sagte der 46-Jährige. "Das wird eine Erfolgsgeschichte." Seit sieben Jahren habe er sich um Direktflüge nach Leipzig bemüht. Vor anderthalb Jahren war ihm dann die Idee gekommen, Germania anzusprechen. "Und jetzt hat es geklappt."

Die Moskau-Strecke stand auch bei der Leipziger Flughafen-Führung seit Langem ganz oben auf der Wunschliste. Zwei Mal hatte es die Verbindung bereits gegeben, 2004 und 2009 - doch beide Male nur kurz. Germania will nun längeren Atem zeigen. Buchbar sind die Flüge schon jetzt bis Ende Oktober 2014. Anders als sonst will Germania, eigentlich eher als Ferienflieger bekannt, auf der neuen Strecke auch Geschäftsreisende ansprechen. Man habe bereits den ersten Firmenkunden, berichtete Scodellaro stolz: die russische Fracht-Airline Volga-Dnepr, die in Schkeuditz ihre deutsche Basis für die Antonows 124 unterhält. "Und mit weiteren Firmen sind wir im Gespräch."

Vor allem Volga-Dnepr war auch die ungewöhnlich gute Auslastung des Erstflugs zu verdanken: Die Firma hatte für den Hinflug gleich 32 Tickets gekauft und stellte damit die Hälfte der Leipziger Fluggäste. "Das war unsere Wartungs-crew aus Russland, die zwei Wochen hier war, um sich um die Antonows zu kümmern", sagte Ildar Iliyasov, Chef der Schkeuditzer Volga-Dnepr Technics. "Und das werden wir jetzt bestimmt öfter nutzen." Denn bisher sei man immer über Berlin gereist. "Das ist direkt ab Schkeuditz natürlich viel besser."

Der Flughafen hofft daneben auch auf Besucher aus Russland. "Dresden zeigt ja, dass das funktioniert", sagte Flughafen-Geschäftsführer Dierk Näther. Seit die Landeshauptstadt mehrmals pro Woche von der Moskwa aus angeflogen wird, hat sie sich zum beliebten Shopping-Ziel vieler Russen gemausert, vor allem in der Vorweihnachtszeit. Das möchte der Airport jetzt gern in Leipzig wiederholen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.12.2013

Frank Johannsen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft Regional
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr