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Wirtschaft Regional Geithainer Wäscherei gehört nun zu Europas Marktführer Elis
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18:02 16.04.2018
Carsten Puschendorf im Geithainer Unternehmen.   Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

 Bis 30. November waren der Osten und die Mitte Deutschlands für Elis – Europas Marktführer bei der Reinigung von Wäsche und Berufskleidung für Krankenhäuser, Pflegeheime, Hotels, Gastronomie und die Industrie – ein unbestelltes Feld. Dass das jetzt grundlegend anders ist, liegt am Erwerb der Puschendorf Textilservice GmbH, die fünf Standorte betreibt, den größten davon in Geithain. Vergangene Woche machten der Familienbetrieb und der Konzern den Vertrag perfekt; der Eigentumswechsel wurde rückwirkend zum Monatsersten vollzogen.

„Ich bin überzeugt davon, dass wir unsere fünf Standorte auf diese Weise zukunftssicher machen“, sagt Carsten Puschendorf, der am Beginn des Jahrtausends in Schönebeck seine erste Wäscherei übernahm. Die Familie ist schon seit Jahrzehnten mit der Textilpflege befasst. Fakt sei, dass die Konzentration am Markt in den vergangenen Jahren zugenommen habe, was ja auch das Anwachsen der Puschendorf-Gruppe auf fünf Niederlassungen mit in Summe 700 Arbeitskräften belege. Am größten Standort in Geithain sind es 300.

Puschendorf, bisher Geschäftsführer und Inhaber in einer Person, habe nicht nach einem Käufer für die Gruppe gesucht. „Elis ist im Zuge seiner Wachstumsstrategie auf uns zugekommen“, sagt der 42-Jährige. Er habe den Gedanken, die Gruppe als Ganzes in den Konzern zu integrieren, reiflich erwogen und für richtig erachtet. „Wir sind eine regional bekannte Marke und in Regionen vertreten, in denen Elis bisher nicht aktiv war“, erklärt er. Insofern passe der Mittelständler hervorragend ins Portfolio des europäischen Marktführers, der bisher vor allem auf Westeuropa, aber auch auf Südamerika setzte. Die Marke Puschendorf bleibe bestehen, der Verbund der fünf Wäschereien unter diesem Namen bleibe es auch. Die Mitarbeiter seien ebenso wie die Kunden über den Schritt informiert: „Für keinen von ihnen ändert sich etwas.“ Das habe er auf einer Belegschaftsversammlung deutlich gemacht. Allenfalls für ihn selbst, sagt Carsten Puschendorf: Er sei künftig nur noch Geschäftsführer und habe mit Manuel Brillet, dem Elis-Manager für den deutschen Markt, einen zweiten Geschäftsführer zur Seite.

Hatte Puschendorf, einer der größten Arbeitgeber in Geithain und der Region, erst 2015 rund 2,2 Millionen Euro in neue Waschstraßen in Geithain investiert, sind erneute Erweiterungen in der Planung. „Sie werden von Elis mitgetragen“, sagt Puschendorf mit Blick auf den geplanten Bau einer separaten Expedition. Sie soll den Versand der Textilien leistungsfähiger machen. Zudem schaffe man Raum, um die Produktion selbst weiter auszubauen. Das sei nötig, verbinde man mit dem Kauf durch Elis, künftig stärker deutschlandweit bei Ausschreibungen zum Zuge zu kommen. Mit der Stadt Geithain sei man im Gespräch, um ein für die Erweiterung nötiges Grundstück zu erwerben.

„Wir möchten das Unternehmen mit der Bereitstellung von Gewerbeflächen nach Kräften unterstützen“, bestätigt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Die Stadt sei natürlich daran interessiert, dass die Wäscherei ihre Anlagen in Geithain erweitere und so ihre Marktposition festige. Den Verkauf an Elis sieht Rudolph pragmatisch: „Wenn das Unternehmen hier weiter investieren will, ist das doch ein gutes Zeichen.“ Noch erfreulicher wäre es, wenn Elis seinen Deutschland-Sitz perspektivisch nach Geithain verlege. Dafür wolle man auf jeden Fall werben.

Elis betreibt vor allem in Europa, aber auch in Südamerika 289 Wäschereien und Textilpflegebetriebe, beschäftigt global 20 000 Mitarbeiter. In Deutschland hatte Elis bisher elf Standorte; durch den Zukauf sind es nun 16.

Von Ekkehard Schulreich

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