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18:41 13.02.2018
DHL-Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig/Halle.  Quelle: dpa
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Leipzig

Der entscheidende Satz findet sich in den 177 Seiten des Koalitionsvertrags ganz unten auf Seite 81: „Für den Flughafen Leipzig-Halle wollen wir die Frachtfluglanderechte erweitern und diesen generell als Landepunkt für den Luftfrachtverkehr in die assoziierten Dokumente und damit in die Luftverkehrsabkommen aufnehmen.“

Für den Airport, dank DHL schon jetzt zweitwichtigster Frachtflughafen in Deutschland, hätte das gewaltige Konsequenzen. Denn die genannten Luftverkehrsabkommen, die es mit fast allen Ländern der Welt gibt, regeln penibel, wo ausländische Maschinen in Deutschland landen dürfen. Wenn Leipzig/Halle hier generell als Landepunkt für Frachtmaschinen genannt wird, wäre das ein gewaltiger Vorteil – und könnte neue Arbeitsplätze schaffen. Schon jetzt arbeiten nach Flughafen-Angaben mehr als 8600 Menschen am Schkeuditzer Drehkreuz.

Standort Sachsen soll profitieren

Der Airport, der 2017 seinen 90. Geburtstag feierte, würde durch die Aufwertung zum zentralen Frachtflughafen Deutschlands. „Dann könnten vermehrt auch ausländische Frachtfluggesellschaften Leipzig/Halle anfliegen“, erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. „Insgesamt würden diese Maßnahmen den Luftverkehrs- und damit den Wirtschaftsstandort Sachsen stärken.“

Laut „Mitteldeutscher Zeitung“ wurde der Passus von den sächsischen Vertretern am Verhandlungstisch in den Koalitionsvertrag hineinverhandelt. Erster Nutznießer der neuen Regelung könnte der Frachtriese SFExpress aus China sein. Der hatte im November angekündigt, Leipzig/Halle zu seinem Europa-Drehkreuz machen zu wollen.

Fluglärmgegner protestieren

In Schkeuditz regt sich bereits Widerstand gegen die Lockerung für Frachtflieger: „Wir sprechen beim Flughafen Leipzig-Halle schon jetzt von der lautesten stadtnahen nächtlichen Lärmquelle Deutschlands“, schimpfte Matthias Zimmermann vom „Netzwerk gegen Fluglärm“. Das würde sich mit dem Ausbau noch verschlimmern. „Die Bundestagsabgeordneten Sachsens und Sachsen-Anhalts sollten Sturm laufen dagegen.“

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Für Verzögerungen sorgt die schleppende Regierungsbildung auch beim Fluglärmbericht der Bundesregierung. Der wäre eigentlich nach genau zehn Jahren 2017 fällig gewesen. Die Fertigstellung verzöge sich aber wegen der Regierungsbildung verzögert, erklärte die Bundesregierung auf Anfrage des Dresdner Grünen-Abgeordneten Stephan Kühn. „Dass der Fluglärmbericht auf Eis liegt“, so Kühn, „ist eine Enttäuschung für die lärmgeplagten Anwohner rund um den Flughafen Leipzig/Halle.“

Der Frachtumschlag am Flughafen Leipzig/Halle war 2017 zum dreizehnten Mal in Folge gestiegen und auf mehr als 1,1 Millionen Tonnen angewachsen. Das entsprach einem Zuwachs von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders das Expressfrachtgeschäft hatte zu dieser Entwicklung beigetragen.

Von Frank Johannsen

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