Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Regional Halloren bläst Rückkauf der Delitzscher Schokoladenfabrik ab
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Halloren bläst Rückkauf der Delitzscher Schokoladenfabrik ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:56 26.09.2018
Hauptversammlung der Halloren Schokoladenfabrik AG – das Unternehmen will die Delitzscher Schokoladenfabrik offenbar nicht zurück. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Halle

Der angekündigte Rückkauf der Delitzscher Schokoladenfabrik durch Halloren findet nicht statt. „Ich glaube, das Thema hat sich erledigt“, sagte Halloren-Großaktionär Darren Ehlert im Vorfeld der Hauptversammlung am Mittwoch gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“. „So wie ich es verstanden habe, wollen Halloren und die Großaktionäre die Töchter nicht zurück.“ Ihm sei das auch recht so. Er sei mit den Töchtern sehr zufrieden.

Halloren hatte die Delitzscher Schokoladenfabrik (280 Mitarbeiter) und den belgischen Pralinenhersteller Bouchard an den eigenen Großaktionär Magrath verkauft. Das hatte vor allem beim Anteilseigner Katjes, der knapp elf Prozent an Halloren hält, für Protest gesorgt. Vor zwei Wochen hatte Magrath dann per Zeitungsanzeige angeboten, die beiden Töchter zu den gleichen Konditionen an Halloren zurückzugeben zu wollen – aber nur, wenn Katjes dem ausdrücklich zustimmt. Darauf gebe es bisher keine Positive Rückmeldung, so Ehlert.

„Ein sehr guter Deal“

Halloren-Vorstand Klaus Schramm äußerte sich am Rande der Hauptversammlung zurückhaltend zu dem Vorstoß des eigenen Großaktionärs. Er habe von dem Angebot auch erst aus der Zeitung erfahren - und wolle die Töchter gar nicht zurückhaben. „Es gibt zwei Gutachten, die sagen, dass es für Halloren ein sehr guter Deal war“, so Schramm. „Warum sollten wir das rückabwickeln?“

Magrath hatte jeweils zehn Millionen Euro für die beiden Töchter bezahlt. Mit dem Geld löste Halloren im Sommer fällige Anleihen ab. Nach den Protest von Katjes hatte Halloren bei den WIrtschaftsprüfungsagenturen Ebner Stolz und Ernst & Young Gutachten in Auftrag gegeben, den Wert der Töchter noch einmal zu ermitteln. „Beide Gutachten kamen zu dem Ergebnis, dass der Preis am oberen Ende der Bewertungsspanne oder sogar darüber lag“, so Schramm.

Magrath schließt Verkauf aus

Nach dem Abblasen des Rückkaufs der Delitzscher Schokoladenfabrik durch Halloren will der neue Eigner Magrath die Firma nun selbst behalten. „Ein Verkauf wird nicht geprüft. Außer, Halloren kauft es zurück“, sagte Halloren-Aufsichtsratschef Frank Illmann, der auch als Minderheitsgesellschafter an Magrath beteiligt ist, am Rande der Hauptversammlung am Mittwoch in Halle. „Sonst steht ein Verkauf nicht zur Debatte. Dann bleibt alles, wie es ist.“

Positive Entwicklung

Die Delitzscher Firma habe sich seit der Übernahme vor einem Jahr gut entwickelt. „Wir sind mit dem Engagement sehr zufrieden“, sagte Illmann. Zwar werde Delitzscher auch 2018 keinen Gewinn machen. Die Entwicklung sei aber positiv. „Wir hoffe, dass es dort 2020 schwarze Zahlen gibt.“ Illmann ist Minderheitsgesellschafter bei Magrath, die Mehrheit hält fort Darren Ehlert. Magrath ist auch größter Anteilseigner bei Halloren, Illmann zusätzlich selbst beteiligt. Halloren hatte die Delitzscher Schokoladenfabrik im März 2017 an den eigene Großaktionär verkauft, um Geld für fällige Kredite in die Kasse zu bekommen.

Von Frank Johannsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Rechtsruck und die politische Radikalisierung in Sachsen und anderen Teilen Ostdeutschlands wird enorme wirtschaftliche Schäden anrichtet, sagt ein Wirtschaftsforscher.

19.09.2018

Der 24-stündige Streik beim Autozulieferer Neue Halberg Guss ist am Mittwochmorgen beendet worden.

19.09.2018

Arbeitskampf bei Halberg Guss in Leipzig: Seit Dienstagmorgen stehen beim Auto-Zulieferer wieder alle Räder still. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) fordert die Streitparteien auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

18.09.2018