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Wirtschaft Regional Hermes baut Logistikzentrum in Großkugel – 200 neue Jobs
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14:24 14.04.2018
So soll das neue Hermes-Versandzentrum aussehen, wenn es in einem Jahr fertig ist. Quelle: Hermes
Großkugel

Schon in einem Jahr soll der Bau fertig sein. Rund 200 Jobs sollen dann am Standort neu entstehen. Das sind genauso noch einmal 50 mehr als bisher angekündigt. Ende November hatte Hermes bei der Standortentscheidung nur von 150 neuen Jobs gesprochen.

„Ich kann jetzt ganz entspannt auf die Eröffnung im nächsten Jahr blicken“, sagte Hermes-Vertriebschef Thomas Horst am Freitag beim ersten Spatenstich in Großkugel. Zugleich zeigte er sich begeistert von der Lage des Standorts auf halbem Wege zwischen Leipzig und Halle. „Gelegen zwischen zwei boomenden Ballungszentren mit einer herausragenden infrastrukturellen Lage – besser geht es nicht für uns.“

Spatenstich für das neue Hermes-Logistikzentrum mit Thomas Horst (Geschäftsführer Hermes Germany, von links), Andreas Mattner (ECE-Geschäftsführer), Kurt Hambacher (Bürgermeister von Kabelsketal), Karamba Diaby (Mitglied des Deutschen Bundestages) und Hartmut Handschak (Stv. Landrat Saalekreis) Quelle: Rainer Justen

44,1 Millionen Euro lässt sich die Otto-Tochter den Neubau in dem zur sachsen-anhaltischen Gemeinde Kabelsketal (Saalekreis) gehörenden Ort kosten, knapp sechs Millionen davon steuert das Land Sachsen-Anhalt bei. Allein die künftige Sortierhalle als Herzstück der Anlage soll 10 000 Quadratmeter messen, weiter 2900 Quadratmeter kommen an Nebengebäuden hinzu.

Bis zu 100 Millionen Sendungen pro Jahr

Mehr als 100 000 Sendungen pro Tag sollen hier dann verarbeitet werden – pro Jahr sollen es 70 bis 100 Millionen sein. Anlieferung und Abtransport erfolgt per Lkw. Für die stehen in der Halle 100 Tore zur Verfügung, an denen die Laster be- und entladen werden können.

Gebaut wird die Halle aber nicht von Hermes selbst, sondern von dem ebenfalls zur Otto-Gruppe gehörenden Projektentwickler und Einkaufszentrenbetreiber ECE. Der Bau ist Teil einer bereits 2017 gestarteten Investitionsoffensive, mit der Hermes bis 2020 sein Logistiknetzwerk ausbauen will. Großkugel ist bereits der sechste von neun Standorten, die bis 2020 entstehen sollen.

Drei weitere sind noch geplant, darunter einer im Großraum Dresden. Wo genau der entstehen wird, ist noch offen: „Zum Standort in Dresden können wir momentan noch nichts genaueres sagen, da die Verträge noch nicht abschließend fixiert sind“, sagte ein ECE-Sprecher. Der Bau dort wird dann dem in Großkugel ähneln und ebenso groß sein. „Es handelt sich ja um einen Prototyp, der an mehreren Standorten realisiert wird.“

Sechster von neun neuen Standorten bundesweit

Insgesamt 600 Millionen Euro lassen sich Hermes und ECE den Ausbau der neun Standorte kosten, beide tragen davon je die Hälfte. ECE übernimmt dabei die Baukosten, Hermes die technische Ausstattung. Die ersten vier der neuen Standorte sind bereits in Betrieb, darunter Ketzin in Brandeburg.

Erst am Donnerstag hatte Hermes-Europa-Chefin Carole Walker angekündigt, die Investitionen nochmals aufzustocken. Rund 500 Millionen Euro sollen bis Ende 2020 zusätzlich investiert werden. „Unser Hauptaugenmerk für 2018 liegt jetzt auf dem Ausbau unseres grenzüberschreitenden Paketgeschäfts“, sagte Walker.

In Deutschland will sie die Anzahl der Paketshops mittelfristig um 30 Prozent auf bundesweit 20 000 erhöhen. „Geplant sind in diesem Zusammenhang auch bundesweite Kooperationen mit dem Einzelhandel.“ Zugleich will Hermes ab Mai die Preise um 4,5 Prozent erhöhen. Mit den Mehreinnahmen will Hermes die Bezahlung seiner Paketfahrer verbessern.

Von Frank Johannsen

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