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Wirtschaft Regional Höher, schneller, länger: Freizeitparks wollen künftig auch im Winter öffnen
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15:25 24.09.2016
Der Freizeitpark Belantis bei Leipzig könnte bald auch in den Wintermonaten geöffnet sein. (Archivbild) Quelle: Belantis
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Leipzig

Riesenräder, Rutschbahnen, Autoscooter – in Zeiten des Klimawandels planen deutsche Freizeitparks, künftig ganzjährig zu öffnen. Der Geschäftsführer von Ostdeutschlands größtem Familienpark Belantis südlich von Leipzig, Erwin Linnenbach, erklärte, er könnte sich vorstellen, den Park auch in den Wintermonaten zugänglich zu machen.

Über Weihnachtsmarkt und Eisbahn hinaus plane man eine Indooranlage, die eine Reise des Maskottchens Buddel thematisiere. „Das kann aber noch zwei, drei Jahre dauern“, so Linnenbach am Freitag in Barcelona bei einem Telefongespräch mit der Leipziger Volkszeitung. In der Hauptstadt Kataloniens findet derzeit das größte Treffen der Branche, die Euro Attractions Show (EAS) statt.

„Winteröffnung ist ein langfristiges Konzept und auch ein Trend, den man europaweit beobachten kann“, so Linnenbach weiter. Ab Montag findet sich die gesamte deutsche Branche zu ihrem jährlichen Sommertreffen erstmals im Belantis ein. Rund 180 Teilnehmer haben sich angekündigt, um bis zum Mittwoch die kurz vor dem Abschluss stehende Saison auszuwerten, sich auszutauschen und über neue Trends zu diskutieren.

Der Präsident des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU), Klaus-Michael Machens, hält den Plan einer Winteröffnung für eine sehr gute Idee. „Vor allem in den größeren Parks geht die Tendenz bereits dahin, dass man in dieser Jahreszeit Angebote unterbreitet. Räumlich oder auch zeitlich begrenzt“, so Machens. Das Interesse der Besucher sei vorhanden. Darüber hinaus könnten aber auch Park-Attraktionen besser ausgelastet werden.

Machens unterstrich: „Ein weiterer Vorteil ist, dass man auf diesem Wege das Personal länger halten kann.“ Eine der größten finanziellen Faktoren seien nämlich Saison-Spitzen, für die man sehr viele Mitarbeiter benötige. Sie aber danach zu entlassen und später wieder einzustellen, treibe die Kosten weiter in die Höhe. „Gerade wenn man qualifizierte Kräfte im Service und im technischen Bereich braucht – und dahin geht der Trend –, ist es gut, wenn man Mitarbeiter das gesamte Jahr über beschäftigen kann.“

In Bezug auf die Einführung des Mindestlohns kritisierte Machens die seiner Meinung nach ausufernde Bürokratie. „Leider ist es so, dass sich der Gesetzgeber da gern wie eine Gouvernante aufspielt“, monierte der VDFU-Präsident. Die Sorge, dass Saisonkräfte ausgebeutet werden, sei jedoch unbegründet. „Viele von diesen Mitarbeitern nehmen sich vielmehr zum Ziel, durchzuziehen, um dann für den Rest des Jahres die notwendige finanzielle Freiheit zu haben.“

Der VDFU konnte in den vergangenen Jahren die Zahl seiner Mitglieder kontinuierlich steigern. Von 63 im Jahre 2005 auf 80 im vergangenen Jahr. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der Besucher von 28 auf 36 Millionen. Für 2016 erwartet der Verband eine weitere Steigerung der Zahlen.

Belantis wurde in Barcelona mit dem fünften Platz unter Europas besten Freizeitparks geehrt. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) erklärte, man wisse das Engagement des VDFU sehr zu schätzen, die EAS 2021 nach Leipzig zu holen.

Roland Herold

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