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Wirtschaft Regional IG Metall sucht nach Perspektiven für Manroland in Plauen
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22:13 16.12.2011
Mit einer Lichterkette haben die Beschäftigten des insolventen Druckmaschinenkonzerns Manroland in Plauen (Vogtland) für den Erhalt des Unternehmens demonstriert. Quelle: dpa
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Offenbach/Augsburg/Plauen

„Zwischen 400 und 500 Mitarbeiter hatten sich versammelt", sagte Stefan Kademann von der IG-Metall am Freitag. Mit Fackeln und Laternen stellten sie sich am Freitagmorgen für rund eine Stunde am Werk entlang der Bundesstraße 92 auf. Es soll deutlich gemacht werden, dass die Belegschaft bereit sei, um die Arbeitsplätze zu kämpfen, erklärte Kademann. Am Standort Plauen sind etwa 720 Mitarbeiter betroffen.

Am kommenden Mittwoch soll eine Menschenkette um das Werk Augsburg, dem Stammsitz des Traditionsunternehmens, folgen. „Tausende Arbeitsplätze sind direkt bei Manroland bedroht", weitere bei Zulieferern, heißt es in dem Aufruf von Betriebsrat und IG Metall in Augsburg zu der Aktion in der kommenden Woche. Manroland mit bundesweit noch rund 5000 Mitarbeitern hatte Ende November Insolvenz angemeldet. In Augsburg arbeiten nach Betriebsratsangaben derzeit noch 2400 Mitarbeiter.

Die IG Metall will selbst ein Zukunftskonzept für das Offenbacher Werk erarbeiten. Zusammen mit externen Beratern werde man Anfang Januar einen entsprechenden Plan vorlegen, sagte die Offenbacher Gewerkschaftsbevollmächtigte Marita Weber in Frankfurt. Der im Konzern für Bogendruckmaschinen zuständige Standort mit 1900 Beschäftigten habe gute Produkte und eine Reihe von Kernkompetenzen, die auch weiterhin genutzt werden könnten.

IG Metall und Betriebsräte wollen für Freitag, den 13. Januar, zur Demonstration vor den Konzernzentralen von Allianz und MAN aufrufen. Haupteigner Allianz und Miteigentümer MAN hatten dem verlustreichen Unternehmen im November den Geldhahn zugedreht. Insolvenzverwalter Werner Schneider führt mit Hochdruck Gespräche, um bis Ende Januar 2012 einen Investor im In- oder Ausland zu finden.

Am Standort Offenbach erhalten die Roländer Unterstützung vom örtlichen Fußballverein Kickers, der 500 Freikarten an die Arbeiter verteilt hat und ihnen vor dem Drittligaspiel am Samstag ein Protest-Forum im Stadion geben will. Am kommenden Mittwoch soll dann mit einer Aktion in der Innenstadt die Bedeutung der rund 1900 Arbeitsplätze für die strukturschwache Stadt am Main veranschaulicht werden. Für jeden bedrohten Arbeitsplatz wird dann ein Stuhl auf die Straße gestellt.

dpa

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