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IMO Leipzig erwartet neuen Investor – Verkauf kurz vor Abschluss

Nach Insolvenz IMO Leipzig erwartet neuen Investor – Verkauf kurz vor Abschluss

IMO Leipzig steuert auf eine Rettung zu. Drei Monate nach der Insolvenz steht der Verkauf des traditionsreichen Stahlbaumontagebetriebs kurz bevor. Innerhalb der nächste Wochen will Insolvenzverwalter Nikolaus Schmidt das Verfahren abschließen.

An der Riesaer Straße im Osten Leipzigs weist ein Schriftzug quer über die vielbefahrene Straße auf die Zentrale von IMO Leipzig hin.

Quelle: Frank Johannsen

Leipzig. Drei Monate nach der Insolvenz zeichnet sich bei IMO Leipzig die Rettung durch einen Investor ab. „Die laufenden Gespräche zielen darauf ab, das Unternehmen und möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte Insolvenzverwalter Nikolaus Schmidt aus Halle. „Wir hoffen in den nächsten Wochen auf eine solche Lösung.“ Zuletzt hatte Schmidt von einem halben Dutzend Interessenten gesprochen, mit denen er verhandle.

Namen wollte er nicht nennen. „Es handelt sich aber um große Player aus der Branche.“ Befürchtungen, es gehe womöglich nur darum, einen Konkurrenten auszuschalten, hatte er bereits im August zurückgewiesen. „Es geht denen nicht um Marktbereinigung.“ Der traditionsreichen Stahlbaumontagebetrieb in Leipzig soll erhalten bleiben, so sein erklärtes Ziel.

Die Firma von Leipzigs Ex-IHK-Chef Wolfgang Topf hatte Ende Juli Insolvenz angemeldet. Grund waren laut Schmidt nicht zuletzt die Sanktionen gegen Russland, die das Geschäft dort quasi zum Erliegen brachten. Zugleich fiel wegen der Energiewende der Kraftwerksbau weg. Beides zusammen ließ den Traditionsbetrieb dann ausbluten. „Am Ende war die Liquidität fast vollständig aufgebraucht“, so Schmidt. Bei den Gläubigern steht das Unternehmen nun mit mehreren Millionen Euro in der Kreide.

Insolvenzverfahren eröffnet

Am 1. Oktober hat das Amtsgericht das Insolvenzverfahren nun auch formell eröffnet. Zugleich war das Insolvenzgeld ausgelaufen, mit dem die Arbeitsagentur drei Monate lang die Löhne übernommen hatte. Seither muss das Unternehmen die gut 200 Mitarbeiter wieder selbst bezahlen. Der Betrieb laufe unverändert weiter, betonte Schmidt. Aktuell seien noch 206 Mitarbeiter an Bord. Das sind 22 weniger als vor zwei Monaten. „Ich bedanke mich bei der Belegschaft, die dem Unternehmen die Treue hält.“

IMO ist 1992 aus dem VEB Industriemontagen hervorgegangen. Das Unternehmen ist auf die Montage großer Stahlbauten spezialisiert, hat zu DDR-Zeiten auch am Berliner Fernsehturm mitgebaut. Mitinhaber war bisher Wolfgang Topf (68), der von 2000 bis 2016 auch an der Spitze der Leipziger Industrie- und Handelskammer (IHK) gestanden hatte.

Von Frank Johannsen

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