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Wirtschaft Regional Immobilien-Investoren tätigen seit Januar 2014 Käufe für 460 Millionen Euro in Leipzig
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23:00 16.11.2014
Der Umsatz beim Handel mit Büroimmobilien ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Quelle: Volkmar Heinz

Das war fast doppelt so viel wie im Gesamtjahr 2013 (250 Millionen Euro), geht aus einer aktuellen Analyse des Immobilienvermittlers BNP Paribas Real Estate hervor.

Leipzig habe damit in diesem Jahr allein mehr Umsatz erzielt als Dresden, Erfurt, Chemnitz, Halle und Magdeburg zusammen. "Wir messen uns bei Vergleichen längst nicht mehr mit anderen Großstädten in Ostdeutschland, spielen da vielmehr in einer Liga mit Stuttgart oder Hannover", erklärte Geschäftsführer Stefan Sachse. Die Messestadt profitiere von der Entwicklung in Berlin, wo Gewerbe-Immobilien immer teurer würden. Leipzig biete demgegenüber eine stabile Rendite (bei Bürohäusern in der Spitze 5,5 Prozent) und sehr gute Rahmenbedingungen in Sachen Wirtschaftswachstum, Zuwanderung und Grunderwerbssteuern.

Mit 63,9 Prozent stammt derzeit weit über die Hälfte der Käufer aus dem Ausland. Laut Sachse sind Großbritannien, USA, Holland und Österreich bei den Herkunftsländern jetzt besonders stark vertreten. Weil die Durchschnittsgröße der Deals wieder bei deutlich über zehn Millionen Euro liegt, sei der Anteil der Israelis, die oft kleinere Einheiten bevorzugen, hingegen etwas rückläufig. Erst im Oktober hatte BNP das "Forum am Brühl" für einen Betrag sogar in der Größenordnung von 50 Millionen Euro vermittelt. In diesem Fall verkauften jedoch Luxemburgische Eigentümer an die deutsche Firma TLG Immobilien AG, welche wiederum 2012 vom US-amerikanischen Finanzinvestor Lone Star erworben worden war. "Während internationale Investoren noch vor gar nicht langer Zeit ausschließlich an Objekten in der City interessiert waren, haben sie heute die ganze Stadt im Blick", erläutert der Fachmann.

Die Bedeutung Leipzigs für den Wirtschaftsverkehr in Mitteldeutschland werde besonders an den Büromarktzahlen deutlich. Beim Leerstand habe Leipzig mit 9,7 Prozent nun fast den Wert von Dresden (9,2 Prozent) erreicht - und das obwohl in der Pleiße-Metropole insgesamt 3,75 Millionen Quadratmeter Büroflächen zur Verfügung stehen, in der Elbe-Metropole hingegen nur 2,4 Millionen. Durchweg höhere Leerstandsquoten weisen Halle (10 Prozent), Magdeburg (12,8 Prozent), Chemnitz (13 Prozent) und Erfurt (17,2 Prozent) auf. Mit nach wie vor 12,50 Euro für Spitzenlagen in der City führt Leipzig bei den Büromietpreisen. Der Durchschnittswert in der City beträgt 9,20 Euro. Allerdings werden die Angebote dort immer rarer, so der Fachmann. Etwa ein Neubauprojekt pro Jahr reiche kaum noch aus.

Mit einer Neuvermietung von 80 000 Quadratmetern Büroflächen habe Leipzig in den ersten drei Quartalen 2014 den zweitbesten Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht. Nur 2009 lag der Umsatz noch etwas höher. Laut dem BNP-Geschäftsführer sind es vor allem IT- und Kommunikationsfirmen, die hier Büros eröffnen oder vergrößern. "Die gute Vorarbeit an der Universität und HTWK zahlt sich jetzt in der Praxis aus."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.11.2014

Jens Rometsch

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