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06:02 08.03.2018
Die Tochter Red Ants Car Systems sitzt bereits seit 2015 am Leipziger Porsche-Werk. Jetzt zieht auch die Holding-Zentrale von Bremen nach Sachsen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Ansiedlungserfolg für Leipzig: Red Ants, ein Bremer Industriedienstleister für Qualitätsmanagement von Produktionsprozessen, hat seinen Hauptsitz nach Leipzig verlagert. Maßgeblich dazu beigetragen hat das Engagement der zur Sparkasse Leipzig gehörenden Beteiligungsgesellschaft. „Für uns als Partner der Automotive-Branche ist die Metropolregion Leipzig sehr interessant“, begründete Red-Ants-Geschäftsführer Christian Schäfer gegenüber der LVZ den Umzug.

Die Nähe zu führenden Herstellern und leistungsfähigen Zulieferern aus der Automobil-Branche eröffne gute Perspektiven, zeigte sich der gebürtige Göttinger, der in Köln aufwuchs, optimistisch. Die Verlagerung der Zentrale in die Messestadt ist eng mit Schäfer verbunden. Der studierte Maschinenbauer war nach der Wende lange Jahre in Ostdeutschland aktiv, unter anderem in der mitteldeutschen Chemieindustrie. Später machte er sich selbstständig und betreute Insolvenzabwicklungen, überwiegend, aber nicht nur von Firmen in den neuen Bundesländern. In dieser Funktion hatte Schäfer es mit der Hofer Firma SQS zu tun, die in Sachen Qualität für Autohersteller tätig war. Schröder brachte SQS mit der Bremer Red Ants zusammen. Gemeinsam mit den Partnern aus der Hansestadt wurde 2015 das Leipziger Tochterunternehmen gegründet, das im Zusammenhang mit der damals gestarteten Fertigung des Macan im hiesigen Porsche-Werk den Zuschlag erhielt. „Da sind wir als Werksdienstleister reingerutscht“, erinnerte sich Schäfer.

Seine Mitarbeiter – bundesweit sind es 550, davon 200 in Leipzig – werden immer dann gerufen, wenn sie nach Vorgaben der Autohersteller Sichtkontrollen, Messungen und Funktionsprüfungen durchführen sollen. Auch Wareneingangsprüfungen zur Sicherstellung der Produktion werden übernommen. Am Ende der Fertigung werden Einzelteile oder Baugruppen einer Endkontrolle unterzogen. „So stellen wir sicher, dass keine fehlerhaften Teile das Werk verlassen und beugen damit Reklamationen vor.“

Zudem kümmert sich geschultes Personal in Autofabriken um alle qualitätsrelevanten Belange von Zulieferern. Schäfer sagte, seine Firma zeichne sich durch hohe Flexibilität aus. Der Vorteil des Einsatzes liegt für Autohersteller darin, dass sie für diese wechselnden und nicht immer anfallenden Aufgaben kein eigenes, teures Personal einstellen müssen. „Wir besetzen eine Nische in der Wertschöpfungskette“, erklärte Schäfer. Am Standort Leipzig, zu dem auch eine Tochter in Polen gehört, werden neben dem Qualitätsmanagement im Karosseriebau und der Montage von Porsche auch Engineering-Dienste angeboten. Red Ants arbeitet unter anderem auch für Volkswagen und Mercedes.

Die Verlagerung der Holding nach Leipzig ist nach Schäfers Einschätzung der nächste Schritt für das Unternehmen, das schwarze Zahlen schreibt und im vorigen Jahr auf einen Umsatz von rund 18 Millionen Euro kam. Die Bündelung der einzelnen Firmen in einer Dachgesellschaft solle die Gruppe durch effiziente Steuerung auf einen nachhaltigen Wachstumskurs vorbereiten.

Um diesen Weg zu unterstützen, ist die Sparkassen-Beteiligungsfirma mit einem Drittel eingestiegen. „Die Ansiedlung der Red-Ants-Gruppe stärkt den Produktions-und Logistikstandort Leipzig und zeigt, welche Entwicklungsperspektiven die Region in diesem Bereich hat“, betonte Stefan Leermann, Geschäftsführer der Sparkassen-Beteiligungsfirma.

Mit Blick auf die eigene Beteiligung an dem Unternehmen sagte er: „Unsere Strategie besagt, für fünf bis sieben Jahre die nächsten Schritte zu begleiten.“ Danach soll der Anteil an einem dann hoffentlich deutlich größeren Unternehmen wieder abgegeben werden. Leermanns Firma hält derzeit Beteiligungen an 15 mittelständischen regionalen Unternehmen und stellt so Kapital für das Wachstum bereit.

Von Ulrich Milde

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