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Wirtschaft Regional Insolvenzverfahren um Manroland: Alteigentümer geben 24 Millionen Euro
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19:20 09.01.2012
Beim insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland sind die Alteigentümer Allianz und MAN womöglich zu millionenschweren Zugeständnissen bereit. (Symbolfoto) Quelle: Volkmar Heinz
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Frankfurt/Main/Plauen

Über sie sollen nicht mehr benötigte Beschäftigte qualifiziert und in andere Jobs vermittelt werden.

Entsprechende Zusagen hätten Vorstandsmitglieder beider Unternehmen dem Insolvenzverwalter Werner Schneider und dem stellvertretenden Aufsichtsratschef Jürgen Kerner gemacht, berichtete die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt. „Beide Unternehmen haben nach konstruktiven Gesprächen erklärt, dass sie Arbeitnehmer von Manroland, die nach einer Insolvenz nicht weiterbeschäftigt werden können, nicht im Regen stehen lassen werden und sich an möglichen Lösungen finanziell beteiligen werden“, erklärte der Gewerkschafter Kerner. Beide Konzerne stellten sich ihrer Mitverantwortung für die Arbeitnehmer von Manroland. Die Höhe der zugesagten Zahlungen stelle einen Kompromiss dar.

Die IG Metall rechnet mit einem Verlust vieler Arbeitsplätze an den drei Standorten des Druckmaschinenherstellers in Augsburg, Offenbach und Plauen. Nach jüngsten Angaben beschäftigt Manroland an den drei Inlandsstandorten weniger als 5000 Menschen, weltweit sind es rund 6500.

In Plauen sind von der Insolvenz etwa 720 Beschäftigte betroffen, die am Montag über den Stand der Dinge auf einer Betriebsversammlung informiert wurden. In der Stadt ist der Betrieb als Plamag bekannt. MAN hatte die Plauener Maschinenbau-Gesellschaft 1990 übernommen. Die Mitarbeiter wollen an diesem Freitag nochmals öffentlichkeitswirksam auf ihre Situation aufmerksam machen, wie Stefan Kademann von der IG Metall sagte. Geplant seien eine Demonstration und eine Kundgebung vor der Arbeitsagentur.

Kademann begrüßte die Anschubfinanzierung für Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften, da wohl „mit einem ziemlichen Personalabbau zu rechnen ist“. Seinen Angaben zufolge waren am Montag potenzielle US-amerikanische Investoren im Plauener Werk.

Hoffnung zumindest für das Offenbacher Werk haben millionenschwere Großaufträge aus China geweckt. Der Wert von drei Aufträge liege zusammen im unteren zweistelligen Millionenbereich, berichtete das Unternehmen.

Die Manroland AG hatte Ende November vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem die Haupteigner Allianz und MAN dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten. Der Insolvenzverwalter Schneider will bis zum Ende des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 31. Januar 2012 wesentliche Teile des Unternehmens verkaufen, um den Geschäftsbetrieb fortzuführen und möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern.

Kerner verlangte mehr Unterstützung von der Politik. „Jedes neue Unternehmen braucht finanzielle Unterstützung in Form von Bürgschaften oder Krediten und dies ohne monatelange Prüfung der Konzepte“, erklärte das IG-Metall-Vorstandsmitglied. Die Wirtschaftsminister und Ministerpräsidenten der beteiligten Länder Bayern, Hessen und Sachsen seien hier in der Pflicht.

dpa

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